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Erkältungen in der WinterzeitSo beugen Sie Erkältungen wirklich vor!
Strategie gegen Husten Schnupfen und HeiserkeitGanz klar - Erkältungen lassen sich im Winter meist nicht völlig vermeiden. Aber es gibt Wege, die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken. Eine bewährte Strategie gegen Husten Schnupfen und Heiserkeit besteht aus fünf Säulen:Säule 1: Wasseranwendungen Dazu gehören zum Beispiel Wickel, Auflagen, Güsse, Bäder, Dämpfe, Wassertreten, Wechselduschen und Bürsten. Säule 2: Wirkstoffe der Pflanzenwelt (Phytotherapeutika) So genannte Phytotherapeutika kräftigen das Immunsystem durch den gezielten Einsatz von bestimmten Tees, Pflanzensäften, Dragées und Badezusätzen. Phytopharmaka werden intensiv erforscht Säule 3: Die richtige Ernährung Eine ausgeglichene und vielseitige Ernährung mit reichlich Ballaststoffen, wenig Süßigkeiten und ohne Diät-Fanatismus ist von einiger Bedeutung für den abwehrstarken Organismus. Von besonderer Bedeutung im Winter sind die Vitamine Beta-Karotin, C, E und die Spurenelemente Zink und Selen. Rein chemisch gesehen: Die Formel von Vitamin C und Vitamin A Säule 4: Ein gesunder Lebensrhythmus Der tägliche Lebensrhythmus sollte aus einem Wechsel von Aktivität und Entspannung bestehen. Permanenter Stress und Hektik machen dagegen gerade im Winter besonders anfällig gegen Erkältungen. Säule 5: Viel Bewegung Ganz nach dem Motto: Untätigkeit schwächt, Übung stärkt, Überlastung schadet, sollte jeder seine ideale Dosis an Bewegung finden. Wichtig: Es muss auch Freude machen! Alle genannte Maßnahmen zusammen - man nennt sie auch Kneipp-Maßnahmen - sorgen dafür, die Aktivität der so genannten Fresszellen im Organismus zu steigern. Diese "Körperpolizisten" befinden sich zum Beispiel in der Schleimhaut von Mund- und Rachen und bilden dort die erste wichtige Verteidigungslinie gegen eindringende Erkältungserreger. Mehr zu den fünf Säulen der Abwehrstärkung erzählt Ihnen übrigens gerne Ihr Arzt oder Apotheker. Mehr über die Kneipp-Maßnahmen finden Sie auch im Internet unter http://www.kneipp.de/therapie/happy_end/index.html. Keine Angst vor AnsteckungKann man sich durch das bloße Händeschütteln eine Erkältung zuziehen? Jein, muss die Antwort auf diese Frage lauten. Erkältungsviren werden zwar beim Niesen auf die Hände übertragen und gelangen von dort irgendwann auch in den Mund. Im Magen werden sie jedoch durch die Magensäure zerstört. Trotzdem besteht eine gewisse Gefahr, das Virus dabei zu inhalieren, sodass es mitunter zu einer Ansteckung über die Lungen kommt.Papiertaschentücher, die nach dem Gebrauch in den Papierkorb geworfen werden, sind dagegen ungefährlich. Viren können nicht fliegen. Sie tun dies nur nach dem Niesen für einen kurzen Moment auf kleinen Wassertröpfchen. Aber einmal mit dem Papiertaschentuch im Mülleimer gelandet, sind Erkältungsviren für immer aus dem Gefecht. Und auch wenn der Lebenspartner erkältet ist, muss man nicht unbedingt sofort das gemeinsame Schlafzimmer räumen und auf die Wohnzimmercouch ziehen. Muss der Partner allerdings dauernd niesen, sodass man die ausgestoßenen und mit Viren behafteten kleinen Tröpfchen einatmet, kann es tatsächlich zu einer Ansteckung kommen. Ein Kuss auf die Wange ist bei Erkältungen erlaubt Aber wie sieht es aus mit Alltagsgewohnheiten wie vom gleichen Apfel abbeißen, aus einem gemeinsamen Becher trinken, die gleich Gabel benutzen oder auch Küssen? Nun, Küssen ist bei einer Erkältung definitiv verboten, weil die Gefahr, dass Viren dabei inhaliert werden, sehr groß ist. Ein Bussi auf die Stirn ist allerdings erlaubt. Vom selben Apfel abbeißen, den selben Becher oder eine gemeinsame Gabel benutzen ist in der Regel kein Problem, da das Ganze ja heruntergeschluckt wird und die Viren im Magen zerstört werden. Nicht immer nur harmlos: SchnupfenEin Schnupfen ist in den allermeisten Fällen eine harmlose Angelegenheit. Er wird durch Erkältungsviren ausgelöst, mit denen der Körper problemlos fertig wird. Ausnahmen bestätigen allerdings diese Regel.Normalerweise ist der Nasenschleim glasig-wässrig. Nimmt er jedoch eine gelbe bis grüne Farbe an, sind wahrscheinlich Bakterien mit im Spiel und es ist zu einer so genannten Superinfektion gekommen: Viren haben einen normalen Schnupfen verursacht und Bakterien haben daraufhin im glasigen Schleim ein ideales Nährmedium gefunden. Die Grünfärbung kommt dabei durch eine Eiterbeimischung zu Stande. Bei einem eitrigen Schnupfen hilft jedoch keine Selbstmedikation, hier muss der Arzt oft ein Antibiotikum wie Penicillin verschreiben, um die Bakterien zu bekämpfen. Zusätzlich kommen häufig noch Inhalationen mit Salzlösung und der kurzfristige Einsatz von abschwellenden Nasentropfen zum Einsatz. Nimmt man einen eitrigen Schnupfen auf die allzu leichte Schulter, können die Bakterien in die Nasennebenhöhlen gelangen und durch eine Entzündung den Verbindungsgang zwischen Nase und Nasennebenhöhlen anschwellen lassen. In der Folge staut sich in den Nasennebenhöhlen eitriges Schnupfensekret - auf diese Weise entsteht eine Nasennebenhöhlenentzündung. Zur Vorbeugung empfiehlt sich, das ganze Jahr hindurch Nasenspülungen mit Salzwasser vorzunehmen. Dazu einen Teelöffel Salz in einem Glas lauwarmen Wasser auflösen und das Ganze die Nase hochziehen. Etwas professioneller ist natürlich eine so genannte Nasendusche mit fertiger Salzsole, die es in Apotheken zu kaufen gibt. Fieber - Was tun bei 38,5° am Morgen?Will der Fernsehdoktor "unbedingt das Fieber senken", steht das nur im Drehbuch. In der Wirklichkeit benötigt der Körper die erhöhte Temperatur, um sich gegen Krankheitserreger zu wehren.Gut, dass wir nicht alles glauben, was über den Bildschirm flimmert: "Die Meinung, Fieber müsse immer gleich bekämpft werden, ist rettungslos veraltet", sagt Prof. Dr. Helmut Minne, Stoffwechselmediziner an der Fürstenhof-Klinik in Bad Pyrmont. "Durch den Temperaturanstieg wird bei einer Infektion das Immunsystem erst richtig aktiviert." Fieber ist damit die gewollte Reaktion des Organismus auf eingedrungene Keime. Und ein Signal, dass der Körper Ruhe braucht, um eine Erkrankung auskurieren zu können. Temperaturverteilung im Körper Der Blick hinter die Kulissen des körpereigenen Hochofens zeigt, wie diese Strategie funktioniert: Ein Teil der eindringenden Keime wird von Fresszellen abgefangen, die in der Mund- und Rachenschleimhaut sitzen. Andernfalls wären wir ständig krank, da unsere Umwelt voller Keime ist. Gleichzeitig regt der Kontakt mit den Erregern die Fresszellen - Makrophagen genannt - zur Produktion von Zytokinen an. Diese speziellen Abwehr-Eiweißstoffe veranlassen über den Hypothalamus, dem Thermostat des Körpers mit Sitz im Gehirn, einen Anstieg der Körpertemperatur. Zunächst beginnen die Muskeln durch Zittern Wärme zu produzieren; der Kranke merkt das am Schüttelfrost. Zusätzlich wird der wärmebildende Abbau von Fetten und Zuckern aktiviert und das Blut von der Haut in die tieferen Körperregionen umgeleitet - letzteres spart Wärme und erklärt die Blässe am Beginn einer Infektion. Das Herz schlägt mit jedem Grad Körpertemperatur bis zu zehn Schläge pro Minute schneller und pumpt so mehr und mehr Abwehrzellen durch den Organismus. "Die ungewohnte zusätzliche Wärme", erklärt Prof. Minne, "stimuliert die Verteidigungszellen des Immunsystems noch zusätzlich und blockiert das Wachstum der Krankheitskeime." Die Infektion wird niedergekämpft und ausgeschwitzt - ohne Hilfe von außen. Trotzdem greifen viele Menschen schon bei den geringsten Anzeichen erhöhter Körpertemperatur zur Fiebertablette. "Damit tun sie sich gerade in der Frühphase einer Infektion keinen Gefallen, denn erst unter Fieber arbeitet das Immunsystem optimal", erläutert Prof. Minne. Besonders bei Kindern sollte sich der Einsatz von Medikamenten deshalb in erster Linie nach dem Allgemeinzustand richten. "Solange man sich wohl fühlt", bestätigt auch Dr. Günter Gerhardt, Allgemeinmediziner aus Wendelsheim, "ist Fieber kein alarmierendes Krankheitszeichen." Schwitzkuren unter der Bettdecke und schweißtreibende Tees aus Holunder oder Lindenblüten können am Anfang einer Infektion die Abwehrmaßnahmen des Organismus sogar noch unterstützen. Dauert das Fieber aber länger als drei Tage oder verschlechtert sich der Allgemeinzustand, sollte immer ein Arzt nach dem Rechten schauen. Braucht Aufmerksamkeit und bei Verschlimmerung einen Doktor Bis 39° C lassen sich die unangenehmen Begleiterscheinungen der erhöhten Temperatur gut mit Wickeln in den Griff bekommen. "Ein Waden- oder Brustwickel", so Dr. Gerhardt, "besteht aus drei Lagen": Auf die Haut wird ein feuchtes, circa handwarmes Leintuch gelegt. Darüber wickelt man erst ein trockenes Baumwolltuch und danach ein Tuch aus Wolle oder Flanell. Der Wickel bleibt solange angelegt, bis er nicht mehr als kalt empfunden wird. Wichtig bei jeder erhöhten Temperatur ist wegen des vermehrten Schwitzens auch das permanente Trinken. Am besten geeignet sind Fruchtsäfte, ungesüßte Tees und Mineralwasser. Kinder, die partout keinen Durst haben, dürfen mit ihrem Lieblingsgetränk - auch Cola! - überredet werden. Appetitlosigkeit ist dagegen unbedenklich. Wer bei Fieber Hunger hat, darf aber essen, was er mag. Fiebersenkende Medikamente kommen schließlich ab einer Temperatur von 39 C zum Einsatz. Bei Kindern hat sich der Wirkstoff Paracetamol gut bewährt; als Zäpfchen oder Saft gibt es ihn rezeptfrei in jeder Apotheke. Erwachsene, die nicht an Asthma oder Magengeschwüren leiden, kommen mit der Acetylsalicylsäure, kurz ASS genannt, oft besser zurecht. Die Höchstdosis beträgt zwei Tabletten alle vier Stunden. Allerdings bekämpfen fiebersenkende Medikamente niemals die Ursache des Fiebers und täuschen eine Besserung oft nur vor. Prof. Minne warnt deshalb vor übereilter Aktivität: "Auch wenn das mitunter schwer fällt: Erst wenn die Körpertemperatur wieder ohne Medikamente auf dem Normalwert liegt, sollte man wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren." Was tun bei: 35,9° C Untertemperatur. Wer sich wohl fühlt und nicht gerade in der Arktis gebadet hat, darf allerdings auch eine Körpertemperatur unter 36° C als normal betrachten. 36 bis 37,7° C Normale Körpertemperatur, die je nach Tageszeit und individueller Eigenart schwankt. Durch Sport oder Muskeltraining kann der Wert für kurze Zeit auf über 38° C steigen. 37,8 bis 38° Erhöhte Temperatur. Mehrmals täglich Fieberkontrolle erforderlich. "Durch vermehrtes Schwitzen verloren gegangene Flüssigkeit sollte konsequent ersetzt werden", sagt Stoffwechselmediziner Prof. Helmut Minne. 38,1 bis 39° C Fieber. Bis zu vier Liter Flüssigkeit am Tag können notwendig werden. Fiebersenkende Mittel dagegen müssen nicht sein. Hält das Fieber aber länger als drei Tage an, ist es Zeit für einen Arztbesuch. Heiße Wannenbäder oder Schwitzen unter der Bettdecke können den Krankheitsprozess beschleunigen. Auch Holunder- und Lindenblütentees wirken schweißtreibend. 39,1 bis 41° C Hohes Fieber. Viel Flüssigkeit, regelmäßige Waden- oder Brustwickel, fiebersenkende Medikamente und Bettruhe sind die wichtigsten Selbsthilfemaßnahmen. Ohne Zögern den Arzt rufen! über 41° C Kritisches Fieber. "Der Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen nimmt jetzt rapide zu", warnt Prof. Minne, "Kreislauf und Stoffwechsel können entgleisen". Deshalb: Sofort den Notarzt rufen! ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Wohin mit dem Fieberthermometer? in die Achselhöhle Mindestens fünf Minuten muss ein klassisches Quecksilberthermometer dort liegen, um glaubhafte Resultate zu liefern. Zu lange, als dass es nicht verrutschen und die Messung ungenau machen könnte. Kaum zwei Minuten dauert dagegen die Prozedur mit dem Digitalthermometer - gibt’s in jeder Apotheke für rund 7,00 Euro. Der elektronische Messfühler hält allerdings nur zwei Jahre, ein Quecksilberthermometer dagegen ewig. unter die Zunge Auch dort kann das Fieberthermometer verrutschen. Am sichersten liegt es noch in der Schleimhauttasche seitlich des Zungenbändchens. Kalte und warme Getränke sowie Rauchen vor der Messung beeinflussen das Ergebnis. Trotzdem: In der Regel ist die orale Fiebermessmethode eine zuverlässige Angelegenheit. in den Allerwertesten Eine sehr genaue Messmethode, weil im Darmausgang die "zentrale" Körpertemperatur gemessen wird. Aber: Es können Keime übertragen werden, sowohl bei der "Einfuhr", als auch nach Ende der Messung. Außerdem beginnt die Sache spätestens ab dem Ende des Vorschulalters unangenehm zu sein. Fazit: Gut, dass es noch andere Messmethoden gibt. ins Ohr Schnellste - das Ergebnis liegt nach einer Sekunde vor - und zugleich zuverlässigste Messmethode. Der Infrarotfühler des Ohrthermometers misst die Körpertemperatur direkt am Trommelfell, das anatomisch in der Nähe des temperaturregulierenden Hypothalamus liegt und auch bei einem Sprung ins kalte Wasser nicht abkühlen würde. Der Preis für ein Ohrthermometer liegt bei rund 50,00 Euro. 01/2003 |
Erkältungszeit - Winter
In der nassen, trüben Winterzeit lauern überall Ansteckungsgefahren auf Sie. Mit den aufgeführten Tipps kommen Sie prima durch die Erkältungszeit.
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