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Mobbing - Psychoterror am Arbeitsplatz Schikane durch Kollegen kann den Job zur Hölle machen. Betroffene erleiden oft schwere gesundheitliche Schäden. Hilfe bei Mobbing bieten Beratungen durch Fachleute.
Als ihre Kollegen immer öfter bissige Bemerkungen über sie machten, schob Carola Jensen das auf deren übliche Launen. Jeder hat mal einen schlechten Tag, dachte sich die junge Assistentin einer Kölner PR-Agentur. Doch von Tag zu Tag schien sich das Spießrutenlaufen weiter aufzuschaukeln. Eine Erklärung dafür hatte sie aber beim besten Willen nicht und suchte deshalb das offene Gespräch. Doch die Kollegen reagierten schroff und abweisend. Notbremse Kündigung Carola Jensen fühlte sich immer mehr ausgegrenzt. Als auch ein Gespräch mit dem Chef nichts brachte, war sie mit den Nerven am Ende: Sie schlief schlecht, litt unter Magenschmerzen und verkroch sich immer häufiger weinend auf der Toilette. Schließlich nahm sie ihren Jahresurlaub und hoffte, nach der Rückkehr eine bessere Situation vorzufinden. Doch auch vier Wochen hatte sich nichts geändert. Im Gegenteil, die Mitarbeiter gaben sich distanzierter denn je. Carola Jensen zog schließlich die Notbremse und kündigte, ohne einen neuen Job zu haben. Ernste Folgen für die Gesundheit Rund eine Million Menschen, 80 Prozent davon Frauen, sind nach Einschätzungen von Wissenschaftlern von Mobbing betroffen. Häufig versuchen die Opfer der Kollegen-Häme ihre schlechte Verfassung zu verstecken oder flüchten sich in die Krankschreibung. Doch mit der Enge auf dem Arbeitsmarkt verbietet sich diese Art der Konfliktbewältigung aus Angst um den Job. Statistiken des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen belegen: Die Zahl der Krankmeldungen nimmt derzeit ab. Derart an den krank machenden Arbeitsplatz gebunden, nehmen die gesundheitlichen Folgen des Mobbing jedoch noch ernstere Formen an: Anfängliches Unwohlsein wächst zu Schlafstörungen, schmerzhaften Muskelverspannungen und Depressionen - in extremen Fällen mit einer dauernden Arbeitsunfähigkeit bis hin zur Frührente. Nicht jeder Streit ist Mobbing Natürlich bedeutet nicht jeder Rempler unter Kollegen gleich Mobbing. Aber wenn Konflikte systematisch und über einen längeren Zeitraum immer angezettelt werden, sollte man schnell reagieren - besonders, wenn der Verdacht nahe liegt, hier soll jemand aus der Firma geekelt werden. Wer Gehässigkeiten und Verunglimpfungen durchgehen lässt, riskiert, dass der fehlende Protest als Zustimmung missverstanden wird. Professionelle Hilfe suchen Als erster Schritt bei dem Verdacht auf systematisches "Fertigmachen" bietet sich die Suche nach Verbündeten außerhalb der Firma an. Der Partner, Freund oder auch der Hausarzt sind objektiver als man selbst und geben Hinweise für den Fall, dass man nur Gespenster gesehen hat. Anschließend gilt es, gezielt nach Sympathien in der Firma Ausschau zu halten. Selten hat jemand alle Kollegen gegen sich und ist in Wirklichkeit nur das Opfer einiger unverbesserlicher Schandmäuler. Führt aber alles Arrangieren zu keinem Ergebnis, sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Natürlich hat nach dem Gesetz der Arbeitgeber die Pflicht, seine Beschäftigten vor unfairen Übergriffen zu schützen, aber das ist oft nur graue Theorie und verursacht in der Praxis nicht selten weitere Probleme. Wer sich beschwert, wird häufig erst recht in die Zange genommen. Erfahrene Arbeitspsychologen dagegen, können in ersten Gesprächen helfen, wenn der Psychodruck übermächtig werden. Bei den Beratungsgesprächen wird häufig auch Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz angeboten. In Selbsthilfegruppen für Mobbing-Opfer helfen sich die Betroffenen gegenseitig bei der Bewältigung ihrer Situation. Informationen im Internet stehen unter diesen Adressen: http://www.dgb.de/themen/mobbing_einfuehr.htm http://www.mobbing-net.de http://www.igmetall.de/buecher/onlinebroschueren/mobbing/mobbing.html http://www.mobbing-web.de http://www.mobbing-help.de/PC/neu/intro_4.htm 01/2003 |
Mobbing im Fokus
Heute öfter als angenommen - Mobbing der Kollegen. Schnell wird man zum Außenseiter und von den anderen Kollegen gemieden. Verzweiflung und Selbstzweifel bleiben zurück - Auswege werden oftmals nicht erkannt oder in Anspruch genommen.
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