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Die Verdauung Die Verdauung beginnt bereits im Mund. Hier wird die Nahrung zerkleinert. Die Zähne leisten dabei Schwerstarbeit: Der Kaudruck der Mahlzähne liegt bei 40-70 kg! (Um sich von der harten Arbeit der Zähne selbst ein Bild zu machen, sollten Sie 'mal versuchen, ein Stück Fleisch mit bloßen Händen auseinander zu reißen...). Gleichzeitig erfolgt in der Mundhöhle eine Durchmischung der Speisen mit Speichel. Der Speichel macht die Nahrung nicht nur gleitfähig, sondern beginnt sie auch schon ein wenig zu verdauen. Unter der Zunge befinden sich dazu mehrere Drüsen, die spezielle Enzyme, z.B. die Amylase, produzieren. Letztere löst bereits erste Traubenzuckermoleküle aus der Nahrung heraus, die dann über die Mundschleimhaut direkt in das Blut abgegeben werden. Der Bissen tritt nun seine Reise zum Magen an. Dabei passiert er zunächst den Kehlkopf, der dafür sorgt, dass auch der "richtige Weg" genommen wird, und man sich nicht etwa verschluckt, also keine Nahrung in die Luftröhre gelangt.
Aufgaben und Funktion der SpeiseröhreDas Verbindungsrohr zum Magen ist ein muskelstarkes Transportorgan, die Speiseröhre. Sie transportiert die Nahrung durch ein abwechselndes Zusammenziehen und Erschlaffen, die so genannte Peristaltik, aktiv weiter. Innen ist sie mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Es ist lebenswichtig, dass diese Schleimhaut unverletzt bleibt. Deshalb muss die häufig gestellte Frage, ob es schädlich ist, zu heiße Flüssigkeiten zu trinken, eindeutig mit "ja" beantwortet werden (kalte Getränke schaden der Speiseröhre hingegen nicht, wohl aber dem Magen). Bevor die Speisen nun den Magen erreichen, haben sie noch ein Kontrolltor zu passieren – den so genannten Magenmund. Dieser Muskelring verschließt den Zugang zum Magen und sorgt einerseits für den richtig portionierten Einlass, andererseits verhindert er, dass Mageninhalt zurück in die Speiseröhre gedrückt wird. Wie wir sehen werden, ist dieser Mageninhalt hochaggressiv und kann die Speiseröhre verätzen. Bei einer sehr häufigen Erkrankung, die im Volksmund als "Sodbrennen" bekannt ist, passiert genau das. Sodbrennen muss daher unbedingt behandelt werden! Wir werden uns dieses Themas in den folgenden Ausgaben von dieses Journals noch sehr ausführlich annehmen.Die MagensäureDer Magen ist eine Art Vorratsbehälter, der den Nahrungsbrei weiter durchmischt und in seine Einzelbestandteile zerlegt. Seine Größe variiert je nach Füllzustand zwischen einem halben und zweieinhalb Liter. Im Magen beginnt die Eiweißverdauung. Dazu werden zwei wichtige Flüssigkeiten benötigt: Das Pepsin und die Salzsäure. Beide bilden die Hauptbestandteile des Magensaftes. Täglich werden etwa zwei bis drei Liter Magensaft produziert. Dass hier tatsächlich richtige Salzsäure eine Rolle spielt, ist bereits von William Prout im Jahre 1824 entdeckt worden. Wir erinnern uns – im Magen herrscht ein pH-Wert von etwa 2! (das bedeutet "sehr sauer"). Die starke Säure vermag daher fast alle Bakterien abzutöten und desinfiziert den Speisebrei. Außerdem schafft das saure Milieu günstige Bedingungen für die Arbeit des anderen Verdauungssaftes, des Pepsins. Gemeinsam gelingt es beiden, die in der Nahrung vorhandenen Eiweiße in kleinere Bestandteile zu spalten. Dennoch ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass die komplette Verdauung im Magen stattfindet. Hier wird die Nahrung im Wesentlichen nur durchmischt und auf die endgültige Verdauung vorbereitet, die schließlich im Dünndarm erfolgt. Das "Säurebad im Magen" ist jedoch eines der wichtigsten Teilschritte im Verdauungsprozess.Dabei erweist sich die Kontrolle der Salzsäure als besonders kompliziert. Die Magenwand muss sich vor der aggressiven Flüssigkeit schützen, um nicht selbst verdaut zu werden oder schmerzhafte Defekte, die Magengeschwüre, entstehen zu lassen. Sie ist deswegen durch eine dicke Schleimhaut vom Mageninhalt geschützt. Diese Schleimhaut ist stark alkalisch und "puffert" die Säurestärke um sechs pH-Einheiten (also auf einen fast neutralen pH-Wert von 7) ab. Die Schleimproduktion findet in den so genannten Nebenzellen statt. Sie ist eng an die Säureproduktion gekoppelt, die in den so genannten Belegzellen der Magenwand vonstatten geht. Wir werden auf diesen komplexen Prozess, der unter Fachleuten als "Protonenpumpe" bekannt ist, in einer unserer nächsten Ausgaben nochmals zurückkommen. Er ist nicht nur für unseren Organismus von entscheidender Bedeutung, sondern bietet auch die Möglichkeit, auf Störungen des Säurehaushaltes im Magen mit bestimmten Medikamenten Einfluss zu nehmen. Jene säurehemmenden Medikamente, die die säureproduzierende Protonenpumpe direkt beeinflussen, heißen daher auch zu Recht "Protonenpumpenblocker". Die Verweildauer der Nahrung im Magen ist sehr unterschiedlich. Flüssigkeiten passieren den Magen sehr schnell, schwerverdauliches (z.B. Gänsebraten) bleibt über sechs Stunden dort. An den Magen schließt sich der Zwölffingerdarm an, in den der vorbereitete Speisebrei (Chymus) abgegeben wird.
Zwölf Finger-Darm als VerdauungsmeisterDer Zwölffingerdarm beginnt am Magenausgang und ist mit ca. 30 cm eigentlich etwas länger als die zwölf nebeneinander gelegten Finger, nach denen er benannt wurde. Aus dem Magen werden nach der Nahrungsaufnahme pro Minute etwa zwei Teelöffel Speisebrei in den Zwölffingerdarm abgegeben. Ein besonderes Ventil, der Magenpförtner, kümmert sich darum, dass nur bereits gut zerkleinerte Teilchen passieren können. Alles, was eine Größe von 2 Millimetern übersteigt, muss noch im Magen verbleiben und wird dort "weiter bearbeitet". Aus der Gallenblase* und der Bauchspeicheldrüse fließen hochwirksame Verdauungssäfte in den Zwölffingerdarm. Dadurch wird die Nahrung fast vollständig in seine Bestandteile zerlegt. Im Zwölffingerdarm beginnt nun auch die Aufnahme dieser wertvollen Nahrungsbestandteile durch die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf. Damit eine möglichst große Oberfläche für die rasche Resorption der Nährstoffe zur Verfügung steht, weist der Zwölffingerdarm zahlreiche Falten und Zotten auf. Ohne diese spezielle Konstruktion müsste dieser Darmabschnitt fast 40 Meter lang sein, um das gleiche zu leisten.Der Zwölffingerdarm ist genau genommen der obere Teil des Dünndarms. Der gesamte Dünndarm ist mit etwa drei Metern Länge der Hauptresorptionsort unseres Organismus für die Nahrungsbestandteile. In ihm wird sozusagen die "Spreu vom Weizen" getrennt: Alle wichtigen Nahrungsbestandteile werden hier resorbiert, das "Unverdauliche" wird an den Dickdarm weitergeleitet. Der Dickdarm – Ende gut alles gutDie Bestandteile unserer Nahrung, die unser Körper nicht verwerten kann oder die die Darmwand nicht passieren konnten, werden im Dickdarm gewissermaßen verpackt und gespeichert. Die Stuhlmenge von bis zu drei Tagen wartet nun hier auf ihre Entsorgung. Zuvor wird ihr aber noch das kostbare Wasser entzogen und dem Körper wieder zugeführt. Bitte bedenken Sie, allein die Menge der täglich in den oberen Abschnitten des Verdauungssystems "verbrauchten" Verdauungssäfte übersteigt ein Volumen von 10 bis 12 Litern. Wir müssten extrem viel trinken, um diesen Verlust auszugleichen, wenn nicht der Dickdarm wär'....Im Dickdarm leben interessanterweise Milliarden kleiner Bakterien, die für die Zersetzung der Nahrungsmittelreste von großer Bedeutung sind. Sie machen ein Drittel des Trockengewichtes der Stuhlmasse aus! Bei einer Therapie mit Antibiotika wird diese "Darmflora" häufig gestört. Das führt nicht nur zu Durchfällen, sondern hat auch Auswirkungen auf unseren Vitamin-Haushalt (z.B. produzieren die so genannten Coli-Bakterien Vitamin K). Der letzte Teil des Darms bildet das Reservoir zur Darmentleerung. Zusammen mit dem Schließmuskel des Darmausganges sorgt er für eine kontrollierte und beeinflussbare Darmentleerung. Damit findet der lange Weg der Nahrungsmittel im wahrsten Sinne des Wortes sein Ende. Genau genommen werden in der Gallenblase lediglich die Verdauungssäfte aus der Leber zwischengespeichert, eingedickt und dann in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet. |
Die Verdauung
Auf die richtige Ernährung kommt es an. Wenn die Verdauung nicht richtig funktioniert, kann das viele Ursachen haben.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie länger anhaltende Probleme haben.
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