MAGEN ASPEKTE - Kompetenzzentrum für Magenerkrankungen

MAGEN ASPEKTE

Papyri im Dienste der Medizin

Mann am Schreibtisch Die alten Ägypter hatten wissenschaftliche Erkenntnisse bereits vor Jahrtausenden sorgfältig und gewissenhaft gesammelt. Zahlreiche Dokumente, die ursprünglich der "Katalogisierung" des vorhandenen Wissens dienten, haben die Zeiten überdauert und stehen uns heute als wichtige historische Quelle zur Verfügung. In Hyroglyphen-Schrift wurden damals auch medizinische Erfahrungen durch wenige schreibkundige Kalligraphen, die einen hohen gesellschaftlichen Status besaßen, auf Papyrus verewigt. Die aus den zusammengeklebten Blättern der Papyruspflanze bestehenden Schriftrollen sind teilweise bis zu 5.000 Jahre alt und beschreiben zahlreiche Krankheiten, ihre Diagnose und geeignete Behandlungsmethoden. Da die Urheber der Texte in den meisten Fällen nicht bekannt sind, werden die Dokumente in der Regel nach Ihrem "neuzeitlichen Entdecker" oder dem betreffenden Fundort benannt. Berühmt gewordene Papyri sind zum Beispiel der "Papyrus Kahun" über Frauenkrankheiten, der "Papyrus Hearst" mit einer Sammlung von 260 Arzneimittelzubereitungen und die beiden "Berliner Papyri 3027 und 3038" mit einer Zusammenfassung verschiedener Kinderkrankheiten und einer umfangreichen Rezeptsammlung. Der Papyrus 3038 wurde um das Jahr 1300 v.Chr. verfasst und enthält bereits eine Auflistung von Schwangerschaftstests!

Der wohl berühmteste ist jedoch zweifellos der "Papyrus Ebers". Er ist im Jahre 1872 entdeckt worden und trägt seinen Namen nach dem Leipziger Ägyptologieprofessor Georg Ebers. Noch heute ist das 1550 v. Chr. erstellte Dokument die Hauptquelle zur Erforschung der altägyptischen Medizin. Mit seinen 108 Kolumnen, die jeweils etwa 20 Zeilen umfassen und mehr als 900 Rezepten, stellt es eine Art Kompendium für den Hausarzt des alten Ägypten dar. Die Darstellung der Krankheiten und ihrer Behandlung erfolgt hier aus der Sicht eines Arztes in der Form von Berichten etwa in der Form: "Ein Fall, den ich behandelt habe.." oder "Eine Krankheit, die ich nicht lindern konnte...". Die erste Übersetzung erfolgte 1937 in Kopenhagen. Für die Behandlung eines bestimmten Magenleidens wurde beispielsweise folgende Anweisung gegeben:

"Wenn Du einen Mann untersuchst mit einer Verstopfung des Magens; sein Herz ist in Angst. Schwierig ist das Eindringen von [Speisen] in seinen Magen. Wenn Du ihn untersuchst und Du findest seinen Magen verstopft, wie bei einer Frau, die von einem Embryo bedrängt ist, [...], dann sollst Du zu ihm sprechen: Das ist eine Verstopfung von Schleimstoffen. Unternimm etwas dagegen, gehe der Krankheit nicht aus dem Wege! Dann sollst Du ihm ein Mittel machen, das geheim zu halten ist vor der Umgebung des Arztes außer vor Deinem eigenen Erben [bestehend aus]: frischer Gerste, ohne sie zu dörren. Sie werde in Wasser gekocht, ohne sie aufkochen zu lassen. Sobald sie vom Feuer kommt, soll sie mit Dattelkernen vermischt werden. [Das Gemisch] werde gepresst, es werde getrunken an vier Tagen, so dass er sofort gesund wird."

Für Leser, die Freude an den Hyroglyphen haben, geben wir eine ähnlich sinnvolle Anweisung aus den Vorschriften des Ani (etwa 1500 v.Chr.) wieder, die beweist, dass die alten Ägypter auch schon Sorgen mit jenen hatten, die "zuviel des Guten" genossen hatten:

Der Rat des Ani:

Humoristische Hyroglyphen
 
 


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