Adipositas bereits im frühesten Kindesalter

Übergewichtige Kinder sind die adipösen Erwachsenen von morgen. In den letzten zehn Jahren wurden zahlreiche genetische und Umwelt-bedingte Ursachen für die Adipositas bei Kindern entdeckt. Einen wichtigen Stellenwert nimmt auch hier die gestörte Energie-Balance ein, die zu einer Erhöhung der Fettmasse durch die Bildung neuer Fettzellen führt. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass die genetische Komponente dabei bedeutsamer ist, als bisher angenommen, sagte PD Dr. Martin Wabitsch von der Universität Ulm, der für seine Forschungsarbeiten über die Adipositas bei Kindern auf dem Kongress ausgezeichnet wurde. Weitere Forschung ist notwendig, um die Faktoren zu entdecken, die für den Beginn der Adipositas im frühen oder späteren Kindesalter verantwortlich sind.
In einer der Plenar-Vorlesungen des Kongresses präsentierte Professor David Barker, Southampton, vielbeachtete Daten zu den fetalen Ursprüngen der Adipositas im Erwachsenenalter. Feten, die aus den verschiedensten Gründen einer unzureichenden Ernährung im Mutterleib ausgesetzt waren, entwickeln offensichtlich einen Mechanismus, alle bereitgestellte Energie sofort zum Gehirn zu leiten, um so ihr Überleben sicherzustellen. Dieser Vorgang wird auch nach der
Geburt beibehalten, selbst wenn dann genügend Energie in Form ausreichender Nahrung zur Verfügung steht. Diese bei der Geburt untergewichtigen Kinder entwickeln mit großer Sicherheit im Laufe ihres Lebens Diabetes und werden adipös.
Konsequenzen der Adipositas im Kindesalter
Adipöse Kinder leiden häufig unter orthopädischen Beschwerden und respiratorischen Komplikationen. Bei übergewichtigen Jungen setzt oftmals die Pubertät verspätet ein. Das Hauptleiden besteht jedoch in der psychosozialen Diskriminierung, der adipöse Kinder ausgesetzt sind. Besteht die Adipositas bis ins Erwachsenenalter, so ist sie mit den bekannten Risiken erhöhter Morbidität und Mortalität verbunden. Die Gründe für diese Entwicklung sind die metabolischen und hormonellen Störungen, die bereits im Kindesalter festgestellt werden können.