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Alltagslärm macht uns zu schaffenWie gut hatten es unsere Vorfahren in der Steinzeit: Weder Autos noch Flugzeuge dröhnten durch die Täler, keine Hifi-Anlage schepperte aus der Nachbarhöhle, und nur ab und zu zerriss das ferne Trompeten eines Mammuts die Stille am heimischen Lagerfeuer. Ein paar Jahrtausende später ist es mit der himmlischen Ruhe vorbei: Rund 17 Millionen Bundesbürger haben ihren Wohnort an viel befahrenen Straßen, jeder Dritte lebt im Einzugsgebiet eines Großflughafens. Fünf Millionen Arbeitnehmer sind an ihrem Arbeitsplatz einem Dauerlärm von mehr als 85 Dezibel (dB) ausgesetzt - das entspricht der Lautstärke eines vorbeifahrenden LKW's. Verschiedene krachende Freizeitvergnügen wie Disko und Konzertbesuche runden die Palette gesundheitsgefährdender Lärmquellen ab und erhöhen damit die Belastung für das Gehör um ein Vielfaches. Galt der Alltagslärm lange Zeit nur als lästig, gibt es seit einiger Zeit Hinweise, dass Lärm außer Hörschäden auch weitere Gesundheitsschäden hervorrufen kann. Ganz gleich, ob ein Presslufthammer, Beethovens Neunte oder der neue Hit der Backstreet Boys erklingt: Schon ein Dauerlärmpegel von nur 65 dB - gerade so viel wie ein TV-Gerät auf Zimmerlautstärke - kann die Konzentrationsfähigkeit herabsetzen und zu Schlafstörungen führen. Bei Dauerlärm schüttet der Organismus außerdem eine ganze Reihe von Stresshormonen aus, die vor allem das Herz- und Kreislaufsystem belasten. Nach einer Studie des Umweltbundesamtes in Berlin erhöht schon ein dauerhafter Lärmpegel von über 65 dB das Herzinfarktrisiko um 20 Prozent. Annähernd 3000 Infarkte im Jahr gehen somit statistisch auf das Konto des Lärms. Orchester-Mitglieder sind dabei ebenso betroffen wie Cabrio-Fahrer, Konzertgänger oder Techno-Fans. Zwar ist das Thema Lärm bisher nur selten Bestandteil von Umweltschutzdebatten. Doch immer weniger Betroffene sind bereit, den Krach einfach hinzunehmen. "Verweigern die Verursacher von Lärm die Kostenübernahme für Schallschutzmaßnahmen, sollte man klagen", rät Dr. Hartmut Ising vom Umweltbundesamt. "Die gesundheitsschädigende Wirkung von Dauerlärm über 70 dB ist schon lange nachgewiesen. Das Grundgesetz garantiert, dass niemand darunter leiden muss. |
Wenn es hektisch wird
Es wird immer lauter um uns herum. Egal ob Straßenlärm, Baulärm, Diskothekenlärm oder der Lärm aus Walkmännern & Co. - Unser Gehör ist einer ständigen, lauten Geräuschkulisse ausgesetzt.
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