MAGEN ASPEKTE - Kompetenzzentrum für Magenerkrankungen

MAGEN ASPEKTE

Notruf rettet Leben

Fitness-Frau Säurebedingte Erkrankungen darf man nicht auf die sprichwörtliche "leichte Schulter" nehmen. Aus zunächst harmlos scheinendem Sodbrennen bildet sich schnell eine Speiseröhrenentzündung, die schlimmstenfalls in einen Speiseröhrenkrebs übergehen kann. In jedem Jahr erkranken etwa 4.100 Menschen an dieser Krebsart. Im Jahre 1990 verstarben davon insgesamt 3.966 Patienten. Auch das Magengeschwür ist keineswegs bloß eine nervöse Angelegenheit.

Im Jahre 1969 wurde der achtjährige Björn S. bei einem Autounfall in Baden-Württemberg eigentlich nur leicht verletzt, verstarb aber infolge des erlittenen Schocks. Er hätte überleben können, wenn rechtzeitig ein Krankenwagen eingetroffen wäre. Das Rettungsfahrzeug kam seinerzeit jedoch erst nach 57 Minuten am Unfallort an. Dieses Ereignis war Anlass, über eine verbesserte Notfallhilfe nachzudenken. Bis dahin gab es nur in einigen Großstädten die Notrufnummern 110 und 112. Andernorts musste das zuständige Polizeirevier angerufen werden. Weil man deren Telefonnummer meist erst über die Auskunft erfahren konnte, verstrich oft wertvolle Zeit. Selbst die heute auf Autobahnen üblichen Notrufmelder fehlten. Die Eltern des verunglückten Kindes setzten sich deshalb bei der Stuttgarter Oberpostdirektion für die Einrichtung der 110- und 112-Nummern im gesamten Regierungsbezirk Nordwürttemberg ein. Sie überzeugten alle Ländräte und Bürgermeister die dazu erforderlichen 10.000 Euro zu investieren. Endlich, im Frühjahr 1973, war der gesamte Regierungsbezirk an das neue Notfallsystem angeschlossen.

Ein Rechtsentscheid des zuständigen Verwaltungsgerichtes führt sogar dazu, dass der Bund und die Länder die laufenden Kosten für den Betrieb der gebührenfreien Nummer übernahmen. In den folgenden fünf Jahren konnte die Notrufnummer deutschlandweit eingeführt werden. Wer die 110 wählt wird immer mit der am nächsten gelegenen Rettungsleitstelle verbunden. Heutzutage beträgt die durchschnittliche Wartezeit zwischen dem eingehenden Notruf und dem Eintreffen des Rettungswagens zwischen 10 und 15 Minuten. Tausende Menschenleben konnten seitdem durch die "110" gerettet werden. Zur Zeit wird darüber nachgedacht, ein einheitliches Rettungssystem für ganz Europa zu schaffen. Bis dahin empfiehlt es sich, vor jeder Reise die entsprechende Nummer zu erfragen, um im Notfall genauso gut gerüstet zu sein, wie zu Hause

Österreich*: 144 (Unfallrettung)
Schweiz*: 117 (Polizei)
England*: 999 (Notruf)
Frankreich*: 17 (in Großstädten)


* Diese Angaben sind ohne Gewähr. Bitte überprüfen Sie gegebenenfalls !

04/2004
 
 


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