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Magensäure erschwert die Heilung der Schleimhaut Es ist schön, Sie auch im April wieder als Gast in unserem Online-Journal zu haben. Mit der Märzausgabe sind wir zu einer Erkundungsreise aufgebrochen, die uns die Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von Magengeschwüren und der Einnahme von Schmerzmitteln aufgezeigt hat. Wir erfuhren, dass auch der Dauergebrauch mancher Rheumamittel die Magenschleimhaut schädigen kann.
Gleichzeitig lernten wir einen verlässlichen Schutz gegen solche "medikamenteninduzierten Schleimhaut-Läsionen" kennen: Eine starke Abschwächung der Magensäure erlaubt deren schnelle Ausheilung und vermindert das Risiko einer Neuenstehung von Magengeschwüren. Heute wollen wir die verschiedenen Möglichkeiten, die zur Säurehemmung prinzipiell eingesetzt werden können, einmal zusammenfassen. Magengeschwüre gleichen in gewissem Sinne einer "offenen Wunde". Ein eindrucksvolles Bild finden Sie in unserer März-Ausgabe, die im Archiv angeklickt werden kann. Es liegt auf der Hand, dass Wunden nicht vernünftig heilen können, wenn sie dauernd mit Säure in Kontakt kommen. Magensäure ist zudem besonders aggressiv. Sie würde sogar eine Rasierklinge auflösen. Die aggressive Magensäure löst eine Rasierklinge auf. Nur wenn die Säure für eine Zeit lang ferngehalten wird, kann sich die geschädigte Schleimhaut wieder erholen. Das gilt nicht nur für die Ausheilung von Magengeschwüren, sondern auch für die Bekämpfung des Sodbrennens. Letzteres kann unbehandelt eine Verätzung der Speiseröhre zur Folge haben und zur Entzündung, der so genannten Refluxösophagitis, führen. Leser, die uns nun schon über eine längere Zeit begleiten und sich unter MAGEN ASPEKTE regelmäßig über Erkrankungen des Verdauungssystems und deren Behandlungsmethoden informieren, wissen, dass die so genannten Protonenpumpenblocker zu den wirksamsten säurehemmenden Substanzen gehören. Leider greifen viele Menschen häufig noch auf andere, weniger wirksame Säurehemmer, wie zum Beispiel Antazida, zurück. Diese ermöglichen zwar eine kurzfristige Linderung der Beschwerden, verzögern aber langfristig ein ungehindertes Verheilen der bestehenden Schleimhautschäden. Eine aufschlussreiche RechnungDie Anzahl der Menschen mit säurebedingten Erkrankungen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Heutzutage leidet bereits jeder fünfte Deutsche an Sodbrennen. Drei von vier Betroffenen haben sogar chronische Beschwerden. Viele Folgekrankheiten des Sodbrennens könnten vermieden werden, wenn es gelingt, die Magensäure wirkungsvoll abzuschwächen, d.h. den pH-Wert des Magensaftes anzuheben. Er ist ein Ausdruck für die Säurestärke. Je kleiner der pH-Wert einer Flüssigkeit, desto "saurer" ist sie. Sicherlich erinnert sich der eine oder andere noch gut daran, dass der pH-Wert den negativen dekadischen Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration (H+) angibt:pH = - log (Wasserstoffionenkonzentration)Als Faustregel kann man sich merken, dass der pH-Wert des Magensaftes normalerweise etwa 2 beträgt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Abheilung von Magengeschwüren unterstützt wird, wenn der pH-Wert der Magensäure auf 3 angehoben wird. Die Behandlung der Refluxösophagitis erfordert sogar einen pH-Wert von mindestens 4. Wir wollen uns einmal anschauen, was das genau bedeutet. Keineswegs reicht es, die Säurestärke nur zu halbieren, wie der erste Blick vermuten lässt. Dann bräuchte man lediglich genauso viel Wasser zu trinken, wie der Magen Säure enthält, und schon wäre man alle Sorgen los. Das erforderliche säurehemmende Medikament muss weit mehr leisten. Der Unterschied von pH = 2 zu pH = 4 entspricht ja einem Unterschied von 1 zu 100. Das ist eine Differenz von 99 Prozent. Für die erfolgreiche Behandlung ist demnach eine 99prozentige Säurehemmung erforderlich! Es ist ganz offensichtlich, dass es hier nicht mit einem Glas Milch oder einer Messerspitze in Wasser aufgelösten Backpulvers – ein altbekanntes, aber untaugliches Rezept gegen Sodbrennen aus Großmutters Trickkiste – getan ist.Antazida sind "kontraproduktiv" …Im Großen und Ganzen gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, die Magensäure zu vermindern: Entweder die körpereigene Säureproduktion wird gedrosselt, oder man schwächt die vorhandene Magensäure einfach ab. Letzteres ist das Wirkprinzip der Antazida. Sie "neutralisieren" die bereits vorhandene Säure. Das hier zugrunde liegende Prinzip ist uns aus der technischen Chemie geläufig: Gibt man zur Säure eine Base, so bildet sich ein Salz und Wasser. Wasser hat den pH-Wert 7 und ist bekanntlich neutral. Basische Substanzen, die auf diese Art "neutralisierend" gegen die Magensäure wirken, werden als Antazida bezeichnet. Dieses Wort ist dem Griechischem "anti = gegen" und Lateinischen "acidus = sauer" entlehnt. Magnesiumoxid, Kalziumkarbonat, Aluminiumhydroxid und Natriumhydrogenkarbonat (Backpulver) sind nur einige Beispiele für solche Substanzen.Bei einem nur sehr selten auftretenden Sodbrennen sind solche Mittel sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Für die Behandlung ernsthafter Beschwerden, wie einem Magengeschwür oder der Refluxkrankheit sind sie aber fehl am Platze. Zum einen vermindern sie die Magensäure nicht ausreichend stark und zum anderen ist ihr Effekt nicht anhaltend genug, um eine wirkliche Heilung herbeizuführen. Zudem unterstützt der Magen unseren gut gemeinten Versuch einer derartigen Säurelinderung in keiner Weise. Er versucht im Gegenteil, das entstandene Defizit durch eine besonders fleißige Säureproduktion schnell wieder auszugleichen. Damit "beißt sich die Katze so zusagen in den Schwanz": Antazida sollen die Magensäure hemmen, verschlimmern die Beschwerden aber auf lange Sicht! … und H2-Blocker?Der einzige Ausweg aus dem Dilemma der Antazida besteht in der Hemmung der Säureproduktion selbst. Die ersten Substanzen, die man in diesem Sinne einsetzte, waren die so genannten H2-Blocker. Ihren Namen tragen sie nach dem "Histamin-2-Rezeptor", den sie im "biochemischen Gewirr" der Säureproduktion blockieren. Über diese Rezeptoren, die wie kleine Schaltstellen funktionieren, erhält der Magen den Befehl zur Säureproduktion vom Gehirn. Wird die Befehlskette am Rezeptor unterbrochen, läuft die Säureproduktion nicht an und unser Ziel wäre erreicht.Aber auch hier macht uns unser eigener Organismus wieder einen Strich durch die Rechnung. Gewissermaßen um ganz sicher zu sein, dass auch nichts schief geht, vermittelt das Gehirn den Produktionsbefehl noch über zwei weitere Befehlsketten: Die Acetylcholinrezeptoren und die Gastrin-Rezeptoren. Weil diese von einer Blockade der H2-Rezeptoren natürlich überhaupt nicht betroffen sind, bleibt immer noch eine erhebliche Produktionskapazität verfügbar. Die Säurehemmung ist daher sehr unvollständig. Viel Erfolg versprechender ist es dagegen, die Magensäureproduktion selbst zu unterbinden – unabhängig davon, ob noch Produktionsbefehle eingehen oder nicht. Dieses Kunststück ist vor etwa dreißig Jahren erstmals gelungen. Der Wirkstoff Omeprazol war der erste Vertreter der so genannten "Protonenpumpenblocker". Produktionsstopp dank ProtonenpumpenblockerWie der Name vermuten lässt, blockieren Protonenpumpenblocker die Protonenpumpe. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die eigentliche biochemische Zentrale der Säureproduktion, die sich in jeder der tausenden Belegzellen in der Magenwand befindet. Wird diese Zentrale außer Gefecht gesetzt, kann keine Säure mehr entstehen. Das Prinzip, das die Protonenpumpe außer Funktion setzt, ist sehr komplexer Natur. Die Protonenpumpenblocker verbinden sich nach vielfacher chemischer Umwandlung in der Belegzelle mit einem bestimmten Enzym der Protonenpumpe und unterbrechen dadurch den gesamten biochemischen Ablauf. Die Protonenpumpe ist dadurch genau genommen nicht nur blockiert, sondern sogar zerstört und kann die Säureproduktion auch nicht wieder aufnehmen (endlich haben wir es 'mal geschafft, dass uns der Körper keinen Strich durch die Rechnung macht und unsere "säurehemmenden Bemühungen" immer wieder durch eine Überproduktion zunichte macht ?). Es dauert es eine ganze Weile, bis die Belegzelle wieder Ersatz "bauen" und erneut mit der Salzsäureproduktion beginnen kann. Protonenpumpenblocker wirken also sehr stark säurehemmend und auch besonders lange. Das aber sind genau die Bedingungen, die für eine wirksame Behandlung der Refluxkrankheit, des Sodbrennens und der Magengeschwüre erforderlich sind.
Im Mittelpunkt der Magensäureproduktion steht die Protonenpumpe.
Protonenpumpenblocker schalten sie ab und stoppen dadurch die Säureproduktion
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Wenn es in der Speiseröhre brennt
Es gibt zwar das weit verbreitete "Sodbrennen", ein vergleichbares "Magenbrennen" tritt jedoch nicht auf. Der Grund dafür war leicht einzusehen: Während sich der Magen in einem Jahrmillionen währenden Evolutionsprozess auf die aggressive Magensäure eingestellt hat und sich daher mit Hilfe einer speziellen Schleimschicht wirksam vor Verätzungen oder Selbstverdauung schützen kann, war dies für die Speiseröhre nicht nötig.
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