MAGEN ASPEKTE - Kompetenzzentrum für Magenerkrankungen

MAGEN ASPEKTE

Einblicke in den Magen: Die Magenspiegelung

FrauMagengeschwüre waren den Ärzten bereits vor Jahrhunderten bekannt. Detaillierte medizinische Berichte über diese so genannten "gastrischen Ulzera" können bis in das Jahr 1799 zurückverfolgt werden. Auch das Zwölffingerdarmgeschwür, das man nach dem lateinischen Namen für den Zwölffingerdarm (Duodenum) als Ulcus duodeni bezeichnet, ist schon im Jahre 1824 beschreiben worden. Zur Therapie beider Leiden wurden damals zahlreiche Behandlungsoptionen vorgeschlagen. Selbst Milch setzte man als "Arzneimittel" ein. Hier spielte wohl vor allem der schwach Säure-neutralisierende Effekt die maßgebliche Rolle. Im Jahre 1833 empfahl der berühmte deutsche Arzt Adolf Kußmaul (1822-1902) dann Wismutsalze zur Behandlung. Sie finden auch heute noch gelegentlich als "Reserve-Therapie" für die Bekämpfung des Bakteriums Helicobacter pylori in Kombination mit anderen Medikamenten Verwendung, obwohl sich die so genannte "Tripel-Therapie" aus zwei Antibiotika und einem Protonenpumpenblocker zwischenzeitlich erfolgreich durchgesetzt hat (lesen Sie dazu auch unsere Rubrik "Wissenschaft verstehen").

Kußmaul, von dem im Übrigen der Begriff "Biedermeier" stammt, wurde am 22. Februar 1822 in der Nähe von Karlsruhe geboren. Er war zunächst als praktischer Arzt tätig und folgte später dem Ruf auf den Lehrstuhl für innere Medizin in der Universitätsstadt Erlangen. Berühmt wurde er vor allem durch seine Arbeiten über eine krankhafte Atmungsstörung, die im diabetischen Koma und bei Harnvergiftungen auftritt und noch heute als "Kußmaul'sche Atmung" bekannt ist.

Die Magen- und Darmheilkunde verdankt ihm den "ersten Blick" in den Magen. Im Jahre 1868 untersucht er mit einen starren Röhre die Speiseröhre und den Magen am lebenden Patienten und legt damit den Grundstein für die moderne Magenspiegelung. Sein "Endoskop" wurde erst 1932 durch den Münchner Arzt Rudolf Schinlder (1888-1968) verbessert. Das neue, "völlig ungefährliche, flexible Gastroskop" war lediglich in seinem Oberteil starr und führte über einen flexiblen Schlauch eine Reihe von Linsen, mit kurzer Brennweite, die auch im gebogenen Zustand des Gerätes eine optische Abbildung des Magens ermöglichten. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Instrumentenbauer Georg Wolf (1873-1938) wurden zahlreiche Geräte hergestellt. Die Wolf-Schindler'schen Endoskope traten rasch ihren Siegeszug um die Welt an. Vor allem in den USA und in Europa waren sie noch bis in die 1950er Jahre in Gebrauch. Heute ist die Magenspiegelung ein bewährtes Standardverfahren in der Diagnostik von Magenerkrankungen. Moderne Endoskope haben nur noch einen sehr kleinen Durchmesser. Sie sind mit Beleuchtungseinrichtungen, Videokameras und chirurgischen Werkzeugen zur Probenahme oder Operation ausgestattet und erinnern kaum noch an ihre traditionellen Vorgänger. Die Lichtquelle befindet sich stets außerhalb des Endoskops. Die Lichtleitung erfolgt über eine dünne Glasfaseroptik. Der Arzt beobachtet den untersuchten Magenabschnitt dabei über einen Monitor und steuert die "Gastroskopie" computergestützt. Er kann sogar die oberen Abschnitte des Zwölffingerdarms mit seinem Gerät inspizieren. Man spricht dann von einer Gastroduodenoskopie.
 
 


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Die Magenspiegelung

Im Jahre 1868 untersucht er mit einen starren Röhre die Speiseröhre und den Magen am lebenden Patienten und legt damit den Grundstein für die moderne Magenspiegelung.

 


 



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