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Helicobacter pylori infiziert?

Wie kann der Arzt feststellen, ob wir mit Helicobacter pylori infiziert sind?

ForscherHelicobacter pylori ist ein gefährliches Bakterium. Obwohl es statistisch gesehen jeder zweite Deutsche in seinem Magen "beherbergt", wissen nur die wenigsten Betroffenen über ihre Infektion bescheid. Für den Arzt ist es eigentlich eine relativ einfache Sache, herauszubekommen, ob sein Patient "H.P.-positiv" ist: Findet er ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, kann fast mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass der Betreffende auch an einer Helicobacteriose leidet. Dennoch gibt es natürlich verlässliche Tests, die genau darüber Auskunft geben, ob der Keim im Magen vorhanden ist oder nicht.

Helicobacter pylori schützt sich vor der aggressiven Magensäure durch einen basischen Schutzmantel, den das Bakterium mit Hilfe eines speziellen Enzyms, der so genannten "Urease", herstellt. Urease kommt normalerweise nicht im Magen vor. Gelingt es, das Enzym beim Menschen nachzuweisen, ist das ein sicheres Zeichen für die Anwesenheit von Helicobacter pylori. Zum genauen Nachweis macht man sich eine besondere Eigenschaft der Urease zu nutze: Sie vermag aus Harnstoff die Substanz Ammoniak freizusetzen. Letzteres färbt einen speziellen gelbfarbenen Indikator plötzlich rot. Beim Urease-Schnelltest werden zwei winzige Schleimproben von zwei ganz bestimmten Stellen des Magens auf Urease untersucht. Das Testergebnis liegt meist bereits nach 30 Minuten vor. Da bei der Untersuchung eines Geschwürs ohnehin meist eine Magenspiegelung erforderlich ist, kann der Test in diesem Rahmen einfach mit erledigt werden.

Eine weitere Methode, die allerdings mehrere Tage in Anspruch nimmt, ist die Anzüchtung des Bakteriums auf künstlichen Kulturmedien und deren spätere mikrobiologische Untersuchung im Labor. Außerdem ist es möglich, die vom Menschen gegen den fremden Keim gebildeten Antikörper, die zu seiner Vernichtung produziert wurden, nachzuweisen. Dieser Antikörpernachweis ist nicht einfach. Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang der Fähigkeit von H.P., unser Immunsystem zu täuschen (Lesen Sie dazu auch unter "Wissenschaft verstehen"). Zudem zeigt das Vorhandensein von Antikörpern lediglich an, dass sich unser Organismus mit dem Keim auseinandergesetzt hat. Ob der Keim jedoch noch vorhanden ist, oder durch eine medikamentöse Behandlung vernichtet werden konnte, bleibt dabei unklar.

Ein besonders patientenfreundlicher Test ist der so genannte 13C-Atemstoßtest. Leider ist er relativ teuer und steht darüber hinaus auch nicht in jeder gastroenterologischen Arztpraxis zur Verfügung. Sein Prinzip ist einfach. Weil der Mensch keine eigene Urease im Magen produziert, kann er zuvor oral aufgenommenen Harnstoff nicht zersetzen und scheidet ihn unverdaut wieder aus. Helicobacter pylori allerdings produziert Urease und zersetzt Harnstoff deshalb zu Kohlendioxid und Ammoniak. Der zu untersuchenden Person wird nun eine winzige Menge Harnstoff gegeben, bei dem das Kohlenstoffatom schwach markiert wurde. Ist der Betreffende H.P.-positiv, wird die Harnstoffprobe zersetzt und die ausgeatmete Luft enthält Spuren radioaktiven Kohlendioxids. Letzteres kann in einem Analysengerät gemessen werden.

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