|
|||||||||||||||||||||
"Alraune" gegen MagenbeschwerdenDer griechische Titan Prometheus soll dem Menschen der Fabel nach das Feuer und damit die Kultur gebracht haben. Offenbar war dieses Vorhaben jedoch nicht von Zeus sanktioniert. Prometheus wurde daher an einen Felsen im Kaukasus gekettet, wo er den ständigen Attacken eines blutrünstigen Adlers ausgesetzt war. Auf die Leber hatte der Vogel es wohl besonders abgesehen. Damit sich diese Strafe der Nachwelt möglichst unauslöschlich einprägt, musste die Tortour auch ausreichend lange dauern. Deshalb ließ man Prometheus' Leber immer wieder nachwachsen. Trotz all der Greul hat das Ganze wohl doch ein Gutes gehabt: Aus dem unaufhörlich zur Erde tropfenden Lebersaft soll die Mandragora, ein kartoffelähnliches Nachtschattengewächs, entsprossen sein. Die antiken Völker nannten es dieser Geschichte wegen auch "Prometheuskraut". Im alten Ägypten schätzte man die angeblich aphrodisiakische Wirkung der Beeren dieser Pflanze besonders. Abkochungen davon wurden aber merkwürdigerweise gleichzeitig auch als Schlafmittel verwendet…Im Mittelalter begann vor allem die Wurzel der Mandragora eine besondere Rolle zu spielen. Weil sie eine bizarre, fast menschenähnliche Gestalt hat wurde sie nicht nur als Talisman mitgeführt, sondern ihr sind auch vielfältige Heilkräfte zugeschrieben worden. Der Volksmund nannte diese Wurzeln "Alraune". Wer eine Alraune besaß, dem sollte Glück, Reichtum und Gesundheit sicher sein. Voraussetzung war natürlich eine gute Pflege "seiner Alraune". Deshalb hüllten die Menschen jene Wurzel wie ein Kleinod in warme Decken, bettete sie zur Nacht weich und badete sie am Wochenende in Rotwein. "Hexenweiber" vermochten aus der Alraune Getränke und Salben zu bereiten, mit deren Hilfe sogar das Erlebnis einer "Teufelsbuhlschaft" in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg möglich wurde. Alraunen wurden auch zur Behandlung von Magenleiden herangezogen. Wer am "harten Leib" litt, sollte sich auf die Suche nach der Wunderwurzel machen. Weil Alraunen in der Volksheilkunde lange Zeit auch gegen Magengeschwüre und Koliken eingesetzt wurden, verdienten geschäftstüchtige Kräutersammler oft ein Vermögen am Handel mit der Droge. Heute sind Zubereitungen aus dieser stark giftigen Pflanze natürlich nicht mehr in Gebrauch. Versucht man die tatsächlich mit der Alraune erzielten Heilerfolge von den damit einhergehenden mittelalterlichen Mythen zu separieren, so bleibt unzweifelhaft ein wissenschaftlich haltbarer Kern. Sowohl der ägyptischen als auch der mittelalterlichen Erfahrung entspricht ein rationaler Hintergrund. Wie wir heute wissen, finden sich in der Pflanze die zu Rauschzuständen führenden Alkaloide Scopolamin und Hyoscamin. Letzteres geht nach der Ernte allmählich in Atropin über. Seine Isolierung gelang dem Pharmakologen Philipp Lorenz Geiger erst im Jahre 1833. Atropin vermindert die Drüsensekretion, beseitigt Krämpfe der glatten Muskulatur und hat eine stark pupillenerweiternde Wirkung. |
Magenbeschwerden
Im Mittelalter begann vor allem die Wurzel der Mandragora eine besondere Rolle zu spielen. Weil sie eine bizarre, fast menschenähnliche Gestalt hat wurde sie nicht nur als Talisman mitgeführt, sondern ihr sind auch vielfältige Heilkräfte zugeschrieben worden. Der Volksmund nannte diese Wurzeln "Alraune".
|
||||||||||||||||||||