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Isomere: Unterschiedliche Bioverfügbarkeiten von Isomeren Dem Begriff Bioverfügbarkeit begegnen wir im Alltagsleben vor allem dann, wenn es um Medikamente geht. Er bezeichnet das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der ein Wirkstoff aus der Tablette freigesetzt wird und im Blut "verfügbar" ist. Es bedarf keiner großen Erklärung, dass eine Pille, die wir zwar "schlucken", die den Körper aber auf "natürlichem Wege" wieder verlässt ohne auch nur im geringsten vom Körper resorbiert worden zu sein, keine heilende Wirkung entfalten kann. Jeder Wirkstoff muss erst an den "Ort des Geschehens" gelangen, um auch wirken zu können. Weil fast alle Substanzen über den Blutweg an das betreffende Gewebe oder die zu beeinflussenden Organe gelangen, ist vor allem der so genannte Blutspiegel des Medikamentes für dessen Effektivität ausschlaggebend. Der Blutspiegel ist nichts weiter als eine Konzentrationsangabe, die zum Beispiel als "Gramm Wirkstoff je Liter Blut" erfolgen könnte. In der Medizin ist die Konzentrationsangabe "Millimol je Liter" (mmol/l) sehr verbreitet. Je höher der Blutspiegel ist, desto mehr Wirkstoff kommt auch am zu behandelnden Gewebe an. Es zeigt sich, dass der Blutspiegel nicht nur von der Resorption des Medikamentes –zum Beispiel durch die Darmschleimhaut – abhängt, sondern noch anderen Einflüssen unterliegt. Der wohl wichtigste tritt bei der Passage des Wirkstoffs mit dem Blutstrom durch die Leber zu Tage. Dieses Organ ist gewissermaßen das chemische Laboratorium unseres Organismus. Die Leber wacht akribisch darüber, dass Abfallprodukte des Zellstoffwechsels rasch abgebaut werden, stellt im Notfall aber auch selbst Ausgangsstoffe für die Energieproduktion der Zellen zur Verfügung. Sobald sich fremde Stoffe in der Blutbahn befinden, versucht die Leber diese zu "entgiften". Wenden wir uns an dieser Stelle wieder unseren Protonenpumpenblockern zu.
Wir wissen aus dem Abschnitt "Wissenschaft verstehen", dass herkömmliche Protonenpumpenblocker, wie das Omeprazol, aus zwei Isomeren bestehen. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass diese beiden Isomere unterschiedlich stark von der Leber beeinflusst werden. Das so genannte R-Omeprazol wird fast vollständig von der Leber "entgiftet". Das Esomeprazol hingegen kaum. Aus diesem Grunde ist der Blutspiegel von Esomeprazol wesentlich höher, als jener, der durch die gleiche Menge R-Omeprazol entsteht. Nun ist auch leicht zu verstehen, dass Esomeprazol so viel besser wirkt. >> zur Übersicht Forschung & Magen |
Man weiß bescheid darüber, dass Übergewicht, Zigarettenrauchen, Bluthochdruck zu deren wichtigsten Risikofaktoren gehören und vermag auch die Symptome eines Herzinfarktes im Groben zu benennen. Beim Wissen über die Refluxkrankheit klafft dagegen eine große Lücke. Europaweit ist man schlecht informiert über alles, was mit GERD, der Gastro-Esophagealen Reflux-Disease, zu tun hat. Dies belegte auch eine Befragung von mehr als 5.000 Personen in fünf Ländern.
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