MAGEN ASPEKTE - Kompetenzzentrum für Magenerkrankungen

MAGEN ASPEKTE

Magenschleimhautentzündung - Zahnfleischbluten

Lächelnde Frau ohne MagenproblemeBakterien als Auslöser

Unser Mund ist nicht nur die "Eingangspforte für Speis und Trank", sondern gleichzeitig ein Spiegelbild unseres Organismus'. Fast alle Erkrankungen beeinflussen unser Immunsystem, als dessen Vorposten die Mundschleimhaut in gewissem Sinne gelten kann. Man denke nur an die belegte Zunge bei Masern oder die Rötung bei scharlachkranken Kindern. Die 170 Quadratzentimeter große Mundschleimhaut wird täglich von etwa einem Liter Speichel umspült. Sie bietet vor allem aber mehr als tausend verschiedenen Mikroorganismen Lebensraum.

Wie in jedem Ökosystem gibt es hier harmlose Gesellen, die sich sogar als nützlich erweisen, aber auch Missetäter, die der Mundschleimhaut und den Zähnen beträchtlichen Schaden zufügen können. Allen voran geht hier einer der ärgsten Feinde: Strepptococcus mutans. Er produziert Milchsäure, die die Zahnsubstanz schädigen kann und zur häufigsten Infektionskrankheit des Menschen, der Karies, führt. Zwei weitere ungebetene Gäste sind Actinobacillus actinomycetemcomitans und Porphyromonas gingivalis. Sie drängen sich zwischen den Zahn und das angrenzende Zahnfleisch, wodurch es zur Rötung und Entzündung kommen kann. Im Laufe der Zeit bilden sich Taschen, das Zahnfleisch ist auf dem Rückzug – man spricht von der Paradontitis. Die Folge ist ein lockerer Zahn, der leicht ausfallen kann.

Eine konsequente Zahnpflege ist deshalb wichtig. Sie vermindert die Plaquebildung und reduziert die Anzahl der schädlichen Bakterien deutlich. Aber selbst wenn man den Mund stündlich spülen und sich fortdauernd die Zähne putzen würde, ein bakterienfreier Raum entstünde nicht. Die Mundhöhle ist nur vor der Geburt steril und wird mit dem ersten Schrei von allen möglichen Bakterienarten besiedelt.

Ein Bakterium, um das sich eine besondere Geschichte rankt, hält sich allerdings nicht lange im Mund auf. Es wandert flugs in den Magen, der mit seinem pH-Wert von etwa 2 lange Zeit als keimfrei galt. Der zähflüssige Magenschleim, die ständige Präsenz körpereigener Abwehrstoffe (so genannter Immunglobuline) und eine permanente Magenperistaltik machen eindringenden Bakterien das Leben im Magen eigentlich unmöglich. Im Jahre 1983 wurde jedoch zur allgemeinen Überraschung ein Bakterium mit dem Namen Helicobacter pylori im menschlichen Magen gefunden. Um das tödliche Säurebad des menschlichen Magens zu überleben, hat es sich allerhand Außergewöhnliches einfallen lassen: Unmittelbar nach dem Eindringen in den Magen schafft sich der Erreger einen "basischen Schutzmantel" gegen die Säure. Nachdem er die Magenschleimhaut erreicht hat, haftet sich H.P. dort über spezielle Klebe-Eiweiße - so genannte Adhesine - dauerhaft fest. Das Bakterium überlisten sogar unser Immunsystem, indem es sich schnell Strukturen wachsen lässt, die denen menschlicher Blutbestandteile zum Verwechseln ähnlich sind. Dadurch wird das Bakterium nicht mehr als körperfremd erkannt und folglich auch nicht mehr bekämpft. Ohne medizinische Behandlung muss mit einer lebenslangen - also chronischen Infektion - gerechnet werden.

Helicobacter pylori
Helicobacter pylori


So wie Strepptococcus mutans unsere Zähne schädigt, zerstört Helicobacter pylori langsam die innere Schutzschicht unseres Magens. Eine "Magenschleimhautentzündung" ist die kurzfristige Folge. Bei etwa einem Viertel der Betroffenen schreitet die Zerstörung der Magenschleimhaut soweit fort, dass tiefe Läsionen, die Magengeschwüre, entstehen. 80 Prozent aller Magengeschwüre entstehen auf dem Boden einer Infektion mit Helicobacter pylori. Anders als die Bakterien in der Mundhöhle, kann H.P. jedoch wirkungsvoll bekämpft werden: Bereits im Jahre 1996 wurde eine nur sieben Tage dauernde Behandlung eingeführt, die zwei Antibiotika mit einem starken Protonenpumpenblocker kombinierte. Diese so genannte Tripel-Therapie führte bei nahezu hundert Prozent aller Patienten zu einer vollständigen Ausrottung des Keimes.

>> zur Übersicht Forschung & Magen
 
 


Magenbeschwerden
Immer mehr Menschen
leiden in  Deutschland
an Magen- oder Darm-
beschwerden. Oftmals
wird dieses Thema ta-
buisiert. Lassen Sie es
nicht so weit kommen.
Informieren sie Ihren
behandelnden Arzt über
Ihre Beschwerden. Nur
er kann Ihnen fach-
kompetent helfen.

 

Die Ursachen für Magenschleimhaut-entzündung können vielfältig sein

Im Jahre 1983 wurde jedoch zur allgemeinen Überraschung ein Bakterium mit dem Namen Helicobacter pylori im menschlichen Magen gefunden. Um das tödliche Säurebad des menschlichen Magens zu überleben, hat es sich allerhand Außergewöhnliches einfallen lassen: Unmittelbar nach dem Eindringen in den Magen schafft sich der Erreger einen "basischen Schutzmantel" gegen die Säure.

 



Ernährung & Gesundheit
Achten Sie auf eine ge-
sunde, ausgewogene
Ernährung mit vielen
Vitaminen und Ballast-
stoffen.
 

  MAGEN ASPEKTE
  MEDIZIN ASPEKTE
  ARZT ASPEKTE
  ASTHMA ASPEKTE
  ASTHMA Balance