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Der Magen – ein "Palastorgan"!Das erste große Lehrwerk der chinesischen Medizin reicht etwa 4.000 Jahre zurück. Es behandelt sowohl die anatomischen als auch physiologischen Vorstellungen über den menschlichen Körper und gibt bereits ausführliche Hinweise zur Behandlung von Krankheiten. Dabei wird eine so genannte "Entsprechungsmedizin" zugrunde gelegt, bei der die Funktionsbereiche des Organismus in Analogie zu Erscheinungen in der Natur und der Gesellschaft gesehen werden. In der späteren chinesischen Medizin spielten drei wichtige Konzepte eine herausragende Rolle: Die These der gegensätzlichen Prinzipien "Yin" und "Yang", der Glaube an den alles durchdringenden Lebenshauch und die "fünf-Elementen-Lehre". Yin und Yang leiten sich von den Ordnungsvorstellungen des Philosophen Konfuzius (551-479 v. Chr.) ab. Er betrachtete alle Naturphänomene als Ausdruck zweier entgegengesetzter und sich dennoch ergänzender Aspekte. Yin bedeutete ursprünglich "Schatten" und Yang "Sonnenseite". Das harmonische Verhältnis beider steht für Ausgewogenheit und Gesundheit. Das zweite Element der chinesischen Lehre, der Lebenshauch, zirkuliert auf bestimmten Leitbahnen durch unseren Körper. Störungen oder eine Art Stau können Krankheiten auslösen und führen sofort zu einem Ungleichgewicht von Ying und Yang. Neben dieser dualen Ausprägung der Entsprechungsmedizin entwickelte sich später eine dritte Komponente, die alle Naturvorgänge mit fünf Elementen in Verbindung bringt: Holz, Wasser, Erde, Metall und Feuer. Auch die Unterteilung der inneren Organe unseres Körpers folgt einer solchen Analogie. Gemäß den Einrichtungen des damaligen Staatswesens gibt es fünf "Speicherorgane": Die Leber, das Herz, die Lunge, die Niere und die Milz. Dazu kommen sechs "Palastorgane": Die Gallenblase, die Harnblase, der Dickdarm, der Dünndarm, der Herzbeutel und der Magen. Alle Palastorgane sind durch Kanäle und Meridiane miteinander verbunden. Ziel der Heilkunst war es, einen entstehenden "Überfluss" aus diesen Palästen abzuleiten und eventuelle Blockaden aufzuheben. Wie wir unumwunden zugeben müssen, eine recht moderne Sicht der Dinge... |
Unser Magen
Das erste große Lehrwerk der chinesischen Medizin reicht etwa 4.000 Jahre zurück. Es behandelt sowohl die anatomischen als auch physiologischen Vorstellungen über den menschlichen Körper und gibt bereits ausführliche Hinweise zur Behandlung von Krankheiten. Dabei wird eine so genannte "Entsprechungsmedizin" zugrunde gelegt, bei der die Funktionsbereiche des Organismus in Analogie zu Erscheinungen in der Natur und der Gesellschaft gesehen werden.
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