|
|||||||||||||||||||||
Gastroenterologie: Das Gastroskop erobert die Arztpraxis Kinderarzt Rudolf Schindler (1888-1968)
Die Untersuchung des Magens hat eine lange Tradition und kann bis in das Altertum zurückverfolgt werden. Wollte man allerdings einen Blick in sein Inneres riskieren, musste man warten, bis der "Kandidat" das Zeitliche gesegnet hatte, oder es blieb nur der "rabiate Schnitt" – eine wahrhaft nicht erstrebenswerte Alternative in einer Zeit, da noch keine vernünftige Narkose möglich war und man die Forderungen nach Asepsis durch das gründliche Waschen der Instrumente im Brunnenwasser erfüllt sah… Obwohl im Jahre 1895 die ersten Röntgenaufnahmen Furore machten, war es bis zu modernen bildgebenden Verfahren, wie dem CT oder dem Ultraschall, die mehr als nur eine Abbildung fester Knochen erlauben, noch ein langer Weg. Von unschätzbarem Wert war deshalb die Erfindung des Gastroskops. Im Jahre 1932 entwickelte der Münchner Kinderarzt Rudolf Schindler (1888-1968) sein "völlig ungefährliches flexibles Gastroskop". Es war nicht der erste Versuch, der auf diesem Gebiet unternommen worden war. Bereits 1881 benutzte der Wiener Chirurg Johann von Mikulicz-Radecki ein 65 cm langes starres Rohr von etwa anderthalb Zentimeter Durchmesser, um einen Blick in den Magen zu werfen:
Gastroskop des Wiener Chirurgen Johann von Mikulicz-Radecki Schinlder's Gerät war lediglich in seinem Oberteil starr und ging dann in einen flexiblen Schlauch über, in dem mehrere Linsen, mit sehr kurzer Brennweite platziert waren. Sie erlaubten selbst bei gebogenem Schlauch eine gute optische Darstellung des Magens. In Zusammenarbeit mit einem Berliner Instrumentenbauer wurden zahlreiche dieser "Magenspiegel" hergestellt, die noch bis in die 1950er Jahre in Gebrauch waren. Schindler's "Lehrbuch und Atlas der Gastroskopie" galt lange Zeit als Standard-Lehrwerk für viele angehende "Gastroenterologen". Der Erfinder selbst immigrierte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in die USA. |
GASTROENTEROLOGIE
Obwohl im Jahre 1895 die ersten Röntgenaufnahmen Furore machten, war es bis zu modernen bildgebenden Verfahren, wie dem CT oder dem Ultraschall, die mehr als nur eine Abbildung fester Knochen erlauben, noch ein langer Weg. Von unschätzbarem Wert war deshalb die Erfindung des Gastroskops.
|
||||||||||||||||||||