MAGEN ASPEKTE - Kompetenzzentrum für Magenerkrankungen

MAGEN ASPEKTE

Der Schluckauf - Unkontrolliertes Zucken des Zwerchfells

Beschwerden mit dem SchluckaufWohl jeder hatte schon einmal einen "Schluckauf". Die an sich harmlose Erscheinung tritt nur recht selten auf und bedarf normalerweise keiner Behandlung. Dennoch kann sie gelegentlich "lästig" werden. Vor wenigen Jahren geisterte gar eine Nachricht über einen der wohl merkwürdigsten Weltrekorde durch die internationale Presse. Ein in Asien lebender Mann hatte 57 Jahre lang einen unfreiwilligen Schluckauf. Mehr als 430 Millionen Mal musste der Bedauernswerte "hicksen" bevor sein Leiden plötzlich von allein verschwand. Die Wissenschaft hat inzwischen herausgefunden, was den Schluckauf verursacht. Anders als unsere Leser möglicherweise vermuten, ist unser Zwerchfell die Ursache und nicht etwa der Magen. Das Zwerchfell ist gewissermaßen die "Pumpe", die unsere Atmung erzwingt. Als elastische Muskelplatte trennt sie den Brustraum vom Bauchraum. Im entspannten Zustand wölbt sich das Zwerchfell weit nach oben in den Brustraum hinein. Ziehen sich die Zwerchfellmuskeln jedoch zusammen, flacht diese Wölbung stark nach unten ab. Der Brustraum wird dadurch deutlich größer.

Die Lungen müssen den Bewegungen von Brustkorb und Zwerchfell folgen: Flacht das Zwerchfell ab, dehnt sich die Lunge aus und Atemluft wird – gewissermaßen per "Unterdruck" – eingezogen. Erschlafft das Zwerchfell wieder, wird der verfügbare Raum für die Lunge kleiner. Sie wird zusammengedrückt und Atemluft kann – diesmal als "Überdruck" – abgeatmet werden. Glücklicherweise läuft das alles "automatisch" ab, ohne dass wir uns bewusst darum kümmern müssen. Das im verlängerten Rückenmark liegende Atmungszentrum gibt die Signale für die Zwerchfellbewegungen. Beim Schluckauf zieht sich das Zwerchfell "außerplanmäßig" sehr stark zusammen. Die Folge ist eine sehr schnelle Einatmung. Die Luft strömt mit hoher Geschwindigkeit in die Lungen. Danach schließt der Kehlkopf besonders rasch. Dadurch entsteht dann das bekannte "hicksen". Leider weiß man heute noch nicht mit Sicherheit, was den Schluckauf auslöst. Da es sich jedoch offenbar um eine Störung in der Schaltzentrale, dem erwähnten Atemzentrum, handelt, kommen in seltenen Fällen auch ernsthafte Krankheiten des Nervensystems in Betracht. In der Regel sind jedoch harmlose Auslöser, wie zum Beispiel ein plötzlicher Temperaturwechsel für den Schluckauf verantwortlich.

Nur selten ist es erforderlich, den Arzt wegen eines Schluckaufs zu bemühen. In der Regel reichen die althergebrachten Hausmittel aus Großmutters Trickkiste. Sie alle funktionieren eigentlich nach demselben Muster: Der Erzeugung eines Gegenreizes, der den Schluckauf "durchbrechen" soll:
  • Atem kurz anhalten
  • Zucker schlucken (bitte vorsichtig sein, damit nichts in die Luftröhre gerät)
  • Leichter Druck auf die Augäpfel bei geschlossenen Lidern
  • Ziehen an der herausgestreckten Zunge
  • Trinken von kaltem Wasser
  • plötzliches Erschrecken des Betroffenen
  • kurzzeitiges Rückatmen des abgeatmeten CO2 aus einer Plastiktüte


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Nur selten ist es erforderlich, den Arzt wegen eines Schluckaufs zu bemühen. In der Regel reichen die althergebrachten Hausmittel aus Großmutters Trickkiste. Sie alle funktionieren eigentlich nach demselben Muster: Der Erzeugung eines Gegenreizes, der den Schluckauf "durchbrechen" soll.

 



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