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Über die "Nicht-erosive Refluxkrankheit" (NERD)- Speiseröhrenkrebs durch Säurereflux- Was tun bei der Refluxkrankheit? Speiseröhrenkrebs durch Säurereflux In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4.100 Menschen am Speiseröhrenkrebs. Männer sind etwa viermal häufiger betroffen als Frauen. Verglichen mit anderen Erkrankungen mag diese Zahl klein erscheinen, und man ist schon geneigt, den Speiseröhrenkrebs als eher unwesentlich abzutun. Diese Meinung ändert sich jedoch schnell, wenn man hört, dass nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahre 1998 insgesamt 3.966 Menschen an dieser Krebsart verstarben. Der Speiseröhrenkrebs (lat.: Ösophaguskarzinom) wird in zwei große Gruppen eingeteilt. ENtsprechend dem mikroskopischen Bild der erkrankten Speiseröhrenschleimhaut spricht man von einem Plattenepithelkarzinom, wenn die Deckzellen (Epithelien) der Schleimhaut betroffen sind. Die gesamte Speiseröhre kann dann vom Halsbereich bis hinunter zum Mageneingang betroffen sein. In drei von vier Fällen sind das Rauchen und der Alkoholkonsum für das Entstehen dieser Krebsart verantwortlich. Die zweite Sorte von Speiseröhrenkarzinomen ist das Adenokarzinom. Die Ursache dieser Krebsart ist unseren Lesern schon sehr gut bekannt: Es ist der krankhafte Rückfluss des sauren Magensaftes in die Speiseröhre. Die Folge ist nicht nur das schmerzhafte und äußerst unangenehme Sodbrennen, sondern eine langfristige Zerstörung der Speiseröhrenschleimhaut selbst. Die Speiseröhre besitzt – anders als der Magen – keinen Säureschutz. Ein solcher ist normalerweise auch völlig unnötig, denn die Magensäure hat in der Speiseröhre ja nichts zu suchen. Gelangt saurer Magensaft infolge einer Refluxkrankheit dennoch ständig in die Speiseröhre, so ist eine nachhaltige Verätzung die Folge. Wir erinnern uns: Magensaft enthält Salzsäure, eine der stärksten Säuren, die es überhaupt gibt. Ein mittelgroßer Eisennagel würde sich innerhalb einer halben Stunde im Magensaft aufgelöst haben. Dass der Magen durch die Säure keinen Schaden nimmt, liegt an der speziell konstruierten Magenschleimhaut. Sie produziert ein basisches Gegenmittel, neutralisiert dadurch die Salzsäure und schützt sich somit vor Verätzung oder Selbstauflösung. Die Speiseröhre ist jedoch ungeschützt. Schleimhautschäden sind deswegen die unvermeidbare Folge einer Säureverätzung. Wir kennen die damit verbundenen Schmerzen als "Sodbrennen". Bei jedem zehnten Betroffenen kommt es sogar zu einer Entzündung der Speiseröhre. Der Arzt spricht hier von der Ösophagitis. Hat sich eine solche Entzündung entwickelt, ist es höchste Zeit für eine schnelle medikamentöse Behandlung. Andernfalls versucht sich die Speiseröhre einfach selbst zu helfen: Sie beginnt ihre geschädigte Innenauskleidung gewissermaßen "der Situation anzupassen" und eine säurebeständige, magenwandähnliche Schleimhaut aufzubauen. Natürlich gelingt ihr das nicht wirklich. Die hochspezialisierte säurefeste Magenschleimhaut ist das Ergebnis eines Millionen Jahre währenden entwicklungsgeschichtlichen Prozesses. Es liegt auf der Hand, dass eine überstürzte Reparaturarbeit hier nur eine schlechte Kopie liefern kann. Diese "falsche" Kopie ist weder eine gute Magen- noch eine gute Speiseröhrenschleimhaut. Sie erfüllt nun leider keine der ihr von "Mutter Natur" bestimmten Aufgaben mehr richtig. Zudem verursacht die Zellveränderung eine innen verkürzte Speiseröhre. In Anlehnung an den englischen Chirurgen Norman R. Barrett, der all diese Speiseröhrenentartungen erstmalig beschrieb, spricht man auch von einem Barrett-Ösophagus. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass letzterer eine Vorstufe des Speiseröhrenkrebses ist. Patienten mit einem Barrett-Ösophagus haben ein um fünftausend Prozent höheres Risiko, einen Speiseröhrenkrebs zu entwickeln, als Refluxpatienten ohne diesen Zellumbau. Was tun bei der Refluxkrankheit?Heutzutage sterben mehr Menschen am Speiseröhrenkrebs als an AIDS. Leider hat diese Krebsart von allen bösartigen Tumoren auch noch die höchste Zuwachsrate: Wenn wir uns die "Entstehungsgeschichte" des Ösophaguskarzinoms nochmals vor Augen führen, liegt die Vermutung nahe, dass das Ansteigen der Ösophaguskarzinome mit der ständig steigenden Zunahme von Refluxkranken zusammenhängt. Tatsächlich hat sich ja die Zahl der Refluxkranken in den letzten zwei Jahrzehnten etwa versiebenfacht. Damit ist natürlich auch die Gefahr des Speiseröhrenkrebses gestiegen. Das ist die sprichwörtliche "schlechte" Seite der Medaille. Die "gute" ahnen Sie bereits: Die Refluxkrankheit kann man heutzutage mit wirksamen Medikamenten gut beherrschen. Natürlich gilt es vor allem, den gefährlichen Säurereflux zu unterdrücken. Eine der wirksamsten Methoden ist dabei die Abschwächung der Magensäure. Gelingt es, den pH-Wert* des Magensaftes langfristig anzuheben, können bestehende Läsionen abheilen, und einer Krebsentstehung ist vorgebeugt. Protonenpumpenblocker sind die zurzeit wirksamsten Säurehemmer. Esomeprazol ist ihr modernster Vertreter. Natürlich kann der Betreffende durch eine angepasste Lebensweise viel zur Unterstützung einer medikamentösen Behandlung beitragen. Forscher haben herausgefunden, dass zwischen Übergewicht und Speiseröhrenkrebs ein enger Zusammenhang besteht. Obwohl dies zunächst seltsam anmutet, ist es leicht erklärbar: Übergewicht entsteht vor allem durch einen zu hohen Fettkonsum. Fette Speisen kurbeln die Säureproduktion an und begünstigen den Säurerückfluss in die Speiseröhre. Auch eine Mahlzeit zu später Stunde wirkt sich ungünstig aus. Selbstverständlich muss auf Alkohol verzichtet werden. Alkohol schädigt die Schleimhaut zusätzlich und fördert durch eine Beeinflussung der peristaltischen Bewegung den Säurereflux aus dem Magen. Zwischen der Menge des getrunkenen Alkohols und dem Auftreten von Speiseröhrenentzündungen besteht ein enger Zusammenhang. Zudem gilt es, Speisen, die den "Muskelverschluss" der Speiseröhre vor dem Magen ungünstig beeinflussen, zu meiden. Dazu gehören vor allem Süßspeisen und Schokolade. Auch Zitrusfrüchte, Obstsäfte und scharf gewürzte Speisen sollten nicht auf dem Speiseplan stehen. Sie reizen die entzündete Speiseröhrenschleimhaut besonders. Exzessiver Kaffeekonsum und vor allem das ohnehin schädliche Zigarettenrauchen verstärken die Säureproduktion genauso wie unnötige Aufregung, Stress und andauernder Ärger. Treten die Beschwerden vermehrt während der Nachtstunden auf, helfen das Hochlagern des Kopfes beim Schlafen und das Liegen auf der linken Körperseite.
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Speiseröhrenkrebs durch Säurereflux
In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4.100 Menschen am Speiseröhrenkrebs. Männer sind etwa viermal häufiger betroffen als Frauen. Verglichen mit anderen Erkrankungen mag diese Zahl klein erscheinen, und man ist schon geneigt, den Speiseröhrenkrebs als eher unwesentlich abzutun.
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