|
|||||||||||||||||||||
MAGENGESCHWÜRE
Protonenpumpenblocker regeln Konzentration der Magensäure
Der Protonenpumpenblocker - Diese Wirkstoffe finden Anwendung bei der Heilung von Magengeschwüren und der Behandlung des Sodbrennens. Sie werden aber auch gegen Speiseröhrenentzündungen und als Schutzfaktor bei Menschen, die besonders häufig Schmerzmittel einnehmen müssen, eingesetzt. Protonenpumpenblocker entfalten eine sehr starke säurehemmende Wirkung und sind gerade deswegen vielen anderen Behandlungsoptionen deutlich überlegen. Sie vermögen die Magensäurekonzentration um mehr als 90 Prozent zu senken und sichern den für die Ausheilung der Speiseröhrenentzündung erforderlichen pH-Wert >4 über viele Stunden. Was sich eigentlich hinter dem Begriff "pH-Wert" verbirgt und wie man ihn richtig beurteilt, war ebenfalls Thema unserer Oktober-Ausgabe. Zudem warfen wir einen Blick hinter die Kulissen und erkannten, dass der Protonenpumpenblocker Esomeprazol eine besonders starke Säurehemmung hervorrufen kann. Natürlich nutzt es nichts, wenn dies lediglich im Labor festgestellt wird. Die Substanz muss auch unversehrt an den Ort des Geschehens, das heißt zu den Säure-produzierenden Zellen im Organismus, transportiert werden. Wie dies am besten geschehen kann, soll uns neben anderen Themen in dieser Ausgabe interessieren. Gastro Esophagealen Reflux Disease: Was bedeutet "GERD" noch mal?Die meisten unserer Leser kennen den Begriff GERD als die gebräuchliche Abkürzung für deren englischsprachige Bezeichnung Gastro Esophagealen Reflux Disease. Bei dieser Krankheit kommt es zu einem unnatürlichen Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre. Die "richtige Säure" ist dabei gewissermaßen "am falschen Platz". Sodbrennen und eine Verätzung der empfindlichen Schleimhaut können die Folge sein. Oft sind die entstehenden Läsionen so stark, dass sich die Speiseröhre sogar entzündet. Man weiß inzwischen, dass die Speiseröhrenentzündung der Vorbote für die Entstehung eines Speiseröhrenkrebses sein kann. Heutzutage sterben mehr Menschen an solchen Karzinomen als an AIDS. Sodbrennen ist so gesehen oftmals das erste Warnsignal für diese tödliche Gefahr. Glücklicherweise – so makaber das Wort an dieser Stelle auch zunächst klingen mag – haben die Betroffenen gleich zu Beginn einer Refluxkrankheit erhebliche Schmerzen, die sie früher oder später unweigerlich zum Arzt führen: Für das "Wohlbefinden" der deutschen Durchschnittsbevölkerung ist durch umfangreiche Befragungen ein "Score" von 49 ermittelt worden. Herzinfarktpatienten erreichen nur einen Score von 44. Refluxkranken geht es hinsichtlich ihres Wohlbefindens mit einem Wert von 43 sogar noch schlechter!Refluxkrankheit: Wissen Sie, was bei GERD hilft?Die Häufigkeit der Refluxkrankheit nimmt mit dem Lebensalter zu. Siebzigjährige leiden fast neunmal häufiger an GERD, als Jugendliche im Alter um die zwanzig. Insgesamt hat in Deutschland fast jeder zweite Refluxsymptome. Doch weiß auch jeder zweite, was man dagegen tun kann? Die erschreckende Antwort ist: Nein. Nur 20 Prozent der Befragten konnten ein Medikament zu benennen, das dagegen helfen würde. Damit trägt Deutschland die "rote Laterne" am Schluss eines Zuges, von mehreren Ländern, in denen diese Frage mehr als 5.000 Menschen gestellt wurde: Wer unser Online-Journal schon seit längerem regelmäßig liest, weiß vielleicht noch aus früheren Ausgaben, dass eine nur zweiwöchige medizinische Behandlung mit dem Protonenpumpenblocker Esomeprazol den "Befindlichkeits-Score" von Refluxkranken wieder auf den Wert der allgemeinen Durchschnittsbevölkerung anheben kann. Eine langandauernde und stark wirksame Säurehemmung vermag sogar die gefürchtete Speiseröhrenentzündung fast immer auszuheilen. Das auch hier die Protonenpumpenhemmer "die Nase vorn" haben, war zu erwarten. Andere Medikamente, wie zum Beispiel H2-Blocker (lesen Sie dazu in unserer Oktober-Ausgabe) oder Antazida, sind hier offenbar keine wirkliche Alternative: Protonenpumpenblocker: EsomeprazolKautabletten und Antazida wirken im Magen, Protonenpumpenblocker, wie Esomeprazol, jedoch nicht. Im Gegenteil, hier würden sie sogar durch die starke Magensäure und die Enzyme zerstört werden. Der Ort der Säureproduktion ist aber auch gar nicht das Mageninnere, sondern die Belegzelle in der Magenwand. Diese Belegzelle wird durch den Blutkreislauf versorgt und erhält eine Vielzahl wichtiger Steuerungsbefehle mit den im Blut transportierten Botenstoffen. Es ist nur natürlich, dass sich auch das Esomeprazol der Belegzelle über die Blutbahn nähern muss, um seinen säurehemmenden Effekt zu entfalten. Seine im Vergleich zu Antazida bessere und langanhaltendere Wirkung kann der Protonenpumpenblocker also nur entfalten, wenn der lange und kompliziertere Weg in Kauf genommen wird:![]() Dieser Weg – gewissermaßen "von hinten durch die kalte Küche" – ist jedoch sehr viel gefahrvoller für das Esomeprazol, als dessen bloßer Transport in den Magen. Letzteres erfordert bekanntlich lediglich ein "Hinunterschlucken" – das wäre auch schon alles. Protonenpumpenblocker müssen das Säurebad im Magen aber unbedingt unbeschadet überstehen, um in den Darm zu gelangen. Erst dort werden sie von der Darmwand resorbiert und über den Blutkreislauf dann endlich zu den Säureproduktionszentren in der Belegzelle der Magenwand geleitet. Multiple Unit Pellet System: MUPSDamit das Esomeprazol seine lange Reise durch unseren Organismus auch erfolgreich übersteht, haben ihm die Forscher ein ausgeklügeltes Transportmittel zur Verfügung gestellt: Das sogenannte Multiple Unit Pellet System. MUPS, wie die Abkürzung sinnigerweise lautet, besteht aus einer Tablette, die mit einem wasserlöslichen Lackfilm umhüllt ist und etwa tausend kleine Mikropellets von nur 500 mm Durchmesser enthält. Diese Mikropellets sind ihrerseits mit einem säurefesten Schutzüberzug versehen und beherbergen schließlich den eigentlichen Wirkstoff, das Esomeprazol.![]() Die äußere Tablette löst sich nach dem Kontakt mit der Flüssigkeit im Magen innerhalb weniger Sekunden auf und gibt die magensaftresistenten Mikropellets frei. Der Protonenpumpenblocker bleibt dabei vor dem Angriff der Magensäure sicher geschützt. Die freigesetzten winzigen Mikropellets vermischen sich schnell mit dem Speisebrei und werden dann unverzüglich in Richtung Darm befördert. Im Gegensatz zu einer kompakten Tablette können sie die Übergangsstelle vom Magen in den Darm, den so genannten Magenpförtner, problemlos passieren – wie alle Teilchen, die nicht größer als zwei Millimeter im Durchmesser sind: Anders als im Magen, ist es im Darm nun nicht mehr "sauer", sondern "neutral bis basisch". Die spezielle Schutzschicht der Mikropellets ist deshalb so konstruiert, dass sie sich gerade in diesem Milieu unverzüglich auflöst und das Esomeprazol freisetzt. Der Resorption durch die Darmwand und dem Weg über die Blutbahn an die Belegzelle des Magens steht nun nichts mehr im Wege. Die perfekte Teamarbeit des modernen Esomeprazols und der innovativen MUPS-Tablette sorgen letztlich gemeinsam dafür, dass zum Beispiel das Sodbrennen so wirksam bekämpft werden kann. Gibt es Alternativen zu Medikamenten?Ärzte in aller Welt sind sich heute einig: Die gefährlichen Folgen der Refluxkrankheit können nur durch eine starke und lang anhaltende Verminderung der Magensäure gelindert werden. Antazida, die lediglich die bereits im Magen vorhandene Säure "neutralisieren", reichen dazu meist nicht aus. Auch H2-Blocker sind in aller Regel zu schwach. Protonenpumpenblocker gelten hingegen allgemein als "Goldstandard" bei der Behandlung der GERD. Sie wirken gut und sind ebenso gut verträglich. Wie sieht es nun aber für Menschen aus, die keine Tabletten einnehmen wollen oder sich aus anderen Gründen für "nicht-medikamentöse" Maßnahmen entscheiden? Es ist möglich, den Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre mit Hilfe einer Operation wieder schließfähig zu machen. Dazu wird der obere Teil des Magens als eine Art Manschette um den Mageneingang gelegt. Der so gebildete "künstliche Ring" soll den erschlafften natürlichen Schließmuskel ersetzen und seine Funktion übernehmen. Früher wurde im Rahmen dieser "Fundoplicatio", wie die Operation unter Medizinern genannt wird, der ganze "Bauch" aufgeschnitten. Heutzutage ist dies bereits mit der "Schlüsselloch-Methode" möglich, bei der lediglich ein paar kleine Schnitte gesetzt werden müssen und der Arzt über ein Sichtrohr operiert. Die Erfolgsquote eines solchen Eingriffs ist übrigens sehr gut: Bei 9 von 10 Patienten tritt eine Verbesserung der Beschwerden ein. Dies liegt durchaus in der gleichen Größenordnung wie nach einer Behandlung mit Protonenpumpenblockern. |
PROTONENPUMPEN-
BLOCKER
Die Wirkstoffe finden eine breite Anwendung bei der Bekämpfung von Sodbrennen und der Refluxkrankheit. Sie vermögen das Risiko einer Speiseröhren- entzündung zu minimieren und beugen damit der Entstehung des Speiseröhrenkrebses vor. Der Arzt verschreibt sie zur Bekämpfung von Magengeschwüren und sogar bei einer weit verbreiteten Infektion, der Helicobacteriose. Wer mit dem Bakterium Helicobacter pylori infiziert ist, beherbergt nicht nur einen besonders unwillkommenen Gast in seinem Magen, sondern ist auch der Gefahr von Zwölffingerdarm- Geschwüren ausgesetzt.
|
||||||||||||||||||||