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Die Virtuelle Koloskopie Die Medizin gehört zu den ältesten Wissenschaften der Menschheit. Das ist auch nur zu gut verständlich, war doch die Kunst, Krankheiten zu heilen, seit eh und je im wahrsten Sinne des Wortes "lebenswichtig". Heilkundige gehörten deshalb nicht nur zu den geachtetsten Personen und hatten stets einen hohen Rang in der sozialen Hierarchie einer jeden Gesellschaft, sondern sie waren vielfach auch Universalgenies, die auf vielen Gebieten der Naturwissenschaften bewandert waren. Neue naturwissenschaftliche Entdeckungen, ausgeklügelte mathematische Methoden und komplizierte technische Meisterleistungen vereinen sich auch heute noch in einer beispiellosen Synthese zu den modernsten medizinischen Innovationen. Vor allem die medizinische Diagnostik wurde auf der Grundlage einer tiefgreifenden interdisziplinären Kooperation verschiedener Fachgebiete in den letzten Jahrzehnten grundlegend revolutioniert.
Es ist nur ein geschichtlich kurzer Zeitabschnitt verstrichen seit jenem denkwürdigen 22. November 1895, an dem Wilhelm Röntgen seine später nach ihm benannten Strahlen dazu benutzte, das Handskelett seiner Frau nach zwanzigminütiger Durchleuchtungszeit sichtbar zu machen. Im Deutschland der Nachkriegszeit fuhren bereits mobile "Röntgenzüge" über die Landstraßen. Die massenhaft durchgeführten "Reihenuntersuchungen" hatten damals einen großen Anteil an der Ausmerzung der Tuberkulose in Deutschland. In den letzten Jahrzehnten machte dann die Computertomographie (CT) von sich Reden. Sie erwies sich als weniger belastend und lieferte noch bessere Bilder, als die traditionelle Röntgentechnik. Sowohl das Knochengerüst als auch die einzelnen Organe und Blutgefäße waren in hoher Auflösung darstellbar. Sie erleichterten dem Arzt nicht nur die Diagnose, sondern machten sie in vielen Fällen überhaupt erst möglich. Der Fortschritt in der Medizintechnik kam aber nicht nur dem Arzt zugute, sondern war vor allem für den Patienten ein Gewinn. Damit ist keineswegs nur gemeint, dass medizinisches Know How bestimmungsgemäß der Gesundung des Kranken und nicht etwa dem Giro-Konto des Arztes zuträglich sein sollte, sondern vor allem auch, dass die oftmals unangenehmen und belastenden Prozeduren im Heilprozess und in der Diagnostik zunehmend wirksamer gemildert werden können. Zur Untersuchung von Speiseröhre und Magen ist in vielen Fällen eine endoskopische Untersuchung erforderlich. Der Blick in den Magen geschieht dabei mit dem so genannten Gastroskop. Wir hatten diese Untersuchungsmethode bereits in der Mai-Ausgabe von MAGEN ASPEKTE vorgestellt. Einer vergleichbaren diagnostischen Vorgehensweise müssen sich auch Patienten unterziehen, die an einer Erkrankung des Darms leiden. Bei Tumoren oder Entzündungen im Dickdarm, zum Beispiel dem so genannten Morbus Crohn oder der Colitis ulcerosa, die wir in einer unserer nächsten Ausgaben ausführlich besprechen werden, ist oft eine Darmspiegelung erforderlich, um den Schweregrad der Erkrankung genau feststellen zu können. Die betreffende Untersuchungsmethode, die Koloskopie ist ungefährlich, wird von vielen Betroffenen aber als äußerst unangenehm empfunden. Zudem sind die mit dieser Untersuchung verbundenen Begleitumstände recht aufwändig. In naher Zukunft wird jedoch vielleicht die Chance einer vergleichbar guten Diagnostik bestehen, ohne die "ungeliebte Koloskopie" bemühen zu müssen. Dazu wird der Darm des Patienten mit einem CT-ähnlichen Verfahren schichtweise durchleuchtet. Die einzelnen Bilder können in einem Computer abgespeichert und mit einer aufwändigen Software später am Bildschirm wieder "zusammengesetzt" werden. Der Gastroenterologe (Spezialist für Magen- und Darmerkrankungen) sieht nun ein originalgetreues Abbild des Darmes vor sich. Ohne den Patienten auch nur berührt zu haben, kann er den dreidimensional berechneten Darm von allen Seiten betrachten. Per Mausklick ist ihm sogar eine "Fahrt durch das Innere" möglich. Während dieser virtuellen Koloskopie erkennt er dann auch jene Läsionen, die sonst nur ein echtes Koloskop sichtbar gemacht hätte. Die Auflösung dieser Diagnosemethode liegt zurzeit bei etwa 5 mm. Vermutlich kann sie bald soweit gesteigert werden, dass ein Einsatz in der Praxis eine bessere Beurteilung des eventuellen Krankheitsherdes erlaubt, als herkömmlichen Methoden. >> zur Übersicht Forschung & Magen |
Virtuelle Koloskopie
Bei Sodbrennen sollten Sie Ihre Speiseröhre untersuchen lassen. Zur Untersuchung der Speiseröhre und des Magens ist in vielen Fällen eine endoskopische Untersuchung erforderlich. Der Blick in den Magen geschieht dabei mit dem so genannten Gastroskop.
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