FAQs (Häufig gestellte Fragen)
Was Sie schon immer bezüglich Ihrer Magenerkrankung wissen wollten
Kommt Sodbrennen häufig vor?
Sodbrennen ist das Hauptsymptom der Refluxkrankheit. Wahrscheinlich leiden sehr viele Menschen an derartigen Beschwerden. Erhebungen zeigen, dass jeder fünfte Deutsche schwere Refluxbeschwerden hat. Fast 40 Prozent haben einen gelegentlichen Reflux. Wenn die Magensäure in die Speiseröhre gelangt sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen. Nur er kann mit Ihnen eine entsprechende Therapie vereinbaren und ein geeignetes Medikament verabreichen.
Was hat es mit den Symbolen "(+)" und "(-)" oder "D" und "L" bzw. "S" und "R" vor manchen chemischen Bezeichnungen auf sich?
Viele Moleküle kommen in der Natur doppelt vor: Als Bild und Spiegelbild. Weil beide ansonsten die gleichen Bestandteile enthalten, nennt man sie Isomere (iso = gleich). Um Isomere zu unterschieden, nutzt man ihre Eigenschaft, polarisiertes Licht zu beeinflussen. Eine Lösung des (+)-Isomers dreht die Ebene des polarisierten Lichtes nach rechts. Das spiegelbildliche (-)-Isomer dreht sie nach links.
Der Chemiker EMIL FISCHER führte bei Zuckern und Aminosäuren jedoch eine andere, weit verbreitete Nomenklatur ein. Liegt eine bestimmte zucker- und aminosäuretypische Molekülgruppe (die OH-Gruppe) auf der rechten Seite des Moleküls, spricht man von der D-Form (griech. dexter = rechts), finden wir sie links, handelt es sich um die L-Form (griech. laevus = links).
Die Chemiker CAHN, INGOLD und PRELOG haben später noch das so genannte CIP-System eingeführt. Bei dieser Benennung erhalten die vier unterschiedlichen Molekülgruppen, die an ein Kohlenstoffatom gebunden sind, einen bestimmten Rang. Die sich ergebende Rangordnung wird dann in absteigender Reihenfolge betrachtet. Sind die Molekülgruppen so angeordnet, dass ihr Rang im Uhrzeigersinn abnimmt, spricht man vom R-Isomer (lat. rectus =rechts herum), nimmt sie entgegengesetzt des Uhrzeigersinns ab, hat man das S-Isomer (lat. sinister = links herum) vor sich.
Die verschiedenen Möglichkeiten, Spiegelbild-Isomere zu bezeichnen, sind jedoch nicht auf einander übertragbar. So dreht ein D-Isomer nicht unbedingt das polarisierte Licht nach rechts und kann in der CIP-Definition durchaus auch ein S-Isomer sein.
Auf den Beipackzetteln mancher Medikamente ist von einer Rezidivprophylaxe die Rede. Was ist damit gemeint?
Die Rezidivprophylaxe ist eine spezielle Behandlung mit dem Ziel, das Wiederauftreten einer abgeheilten Erkrankung, also einen Krankheitsrückfall (Rezidiv), zu verhindern. Das Rezidiv nach einer Infektionskrankheit wird oft als Reinfektion bezeichnet.
Wann sollte man bei Sodbrennen zum Arzt gehen?
Wer länger als zwei Wochen an Sodbrennen leidet oder ständig Medikamente dagegen nehmen muss, sollte seinen Arzt um Rat fragen. Auch immer wiederkehrende Beschwerden (> 10-mal pro Monat) sind gute Gründe für einen Arztbesuch.
Warum knurrt der Magen?
Etwa alle 100 Minuten zieht sich die Magenmuskulatur zusammen. Durch diese rhythmischen Kontraktionen werden unverdauliche Speisereste, die dem höllischen Säurebad widerstanden, durch den Magenpförtner, der sonst nur Partikel kleiner als 2mm Durchmesser passieren lässt, in den Darm weitergeschoben. Die wellenartigen Kontraktionen erfolgen auch, wenn sich keine Nahrung im Magen befindet. In diesem Fall werden lediglich Magensaft und Gase bzw. Luft in dem Hohlorgan umherbewegt, wodurch das Magenknurren (Borborygmus) entsteht.
Welche Altersgruppe leidet besonders häufig am Säurereflux?
Die Altersgruppe der 64-74jährigen ist am häufigsten betroffen (ca. 750 Refluxkranke pro 10.000 der Bevölkerung), gefolgt von den 45-64jährigen (ca. 650 von 10.000).
Stimmt es, dass Rotwein das Leben verlängert?
Mit bestimmten Molekülen, die sich wie Bild und Spiegelbild zu einander verhalten und in Rotwein aber auch in Olivenöl und Gemüse vorkommen, lässt sich im Experiment das Leben von Hefezellen verlängern. Die betreffenden Moleküle regen offenbar ein Enzymsystem an, das diesen Zellen mehr Zeit gibt, Reparaturen an der Erbsubstanz DNA vorzunehmen.
Kann man Protonenpumpenblocker bei Bedarf nehmen?
Ob ein Medikament regelmäßig eingenommen werden muss oder nur dann, wenn tatsächlich Beschwerden auftreten, kann nur Ihr Arzt entscheiden. Anders als bei einem Antibiotikum ist die "symptomorientierte Bedarfstherapie" jedoch mit einigen Medikamenten bei der Behandlung der Refluxkrankheit prinzipiell möglich. So zeigen Untersuchungen, dass "bedarfsgesteuerte" Einnahmen von Esomeprazol im Anschluss an eine ausgeheilte Refluxkrankheit das Sodbrennen ebenso gut verhindern wie eine kontinuierliche Dauertherapie. Gleichzeitig werden Tabletten eingespart.
Sodbrennen - Was bedeutet es, wenn sauer schmeckender Speisebrei wieder "heraufkommt"?
Entweder liegt eine harmlose vorübergehende Störung vor oder der "Reflux" ist durch einen ungenügenden Verschluss des unteren Speiseröhrenmuskels verursacht. Wenn sich die Beschwerden öfter wiederholen, liegt eine Refluxkrankheit vor. Der Rückfluss des sauren Magensaftes kann dann die Speiseröhre schädigen, zu schmerzhaften Entzündungen oder sogar Speiseröhrenkrebs führen. Typisches Symptom für die Refluxkrankheit ist das Sodbrennen.
Apropos Symmetrie: Was ist eigentlich ein Situs inversus?
Beim Situs inversus sind die inneren Organe spiegelbildlich zum Normalfall gelagert. Herz, Leber und Magen liegen hier links statt rechts. Auch das Darmsystem ist seitenverkehrt. Die Häufigkeit dieser Anomalie liegt bei 0,014 Prozent. Lediglich von siamesischen Zwillingen hat einer der beiden Partner häufig einen inversen Situs, der andere stets einen regulären.
Sind Magenprobleme unter Schmerzmitteleinnahme häufig?
Zwischen 8 und 16 Prozent aller Menschen, die NSAR einnehmen, entwickeln Magen-Darm-Probleme. Jeder zehnte muss die Behandlung mit dem Schmerzmittel deswegen sogar abbrechen.
Woran erkennt man, ob ein Magengeschwür oder ein Zwölffingerdarmgeschwür vorliegt?
Das Zwölffingerdarmgeschwür verursacht in der Regel keine Übelkeit. Frühestens eine Stunde, spätestens aber 3 bis 4 Stunden nach der Mahlzeit können krampfartige Schmerzen auftreten, die etwa zwei Stunden anhalten. Isst der Betroffene dann wieder kleine Mengen, werden die Beschwerden deutlich gelindert. Beim Magengeschwür treten die Schmerzen sofort nach dem Essen auf. Übelkeit und Erbrechen sind hier häufig.
Fazit: Essen führt zu Schmerzen = Magengeschwür, Hunger führt zu Schmerzen = Zwölffingerdarmgeschwür.
Stimuliert Kaffeetrinken den Stuhlgang? Der Einfluss von Coffein auf das allgemeine Wohlbefinden, das Nerven- und Herz-Kreislauf-System sind gut untersucht. Hinsichtlich der Effekte auf Magen und Darm gibt es jedoch widersprüchliche Mitteilungen in der Literatur. Dass die meisten Menschen mit ihrer Vermutung, Kaffee würde den Stuhlgang anregen, wohl Recht haben könnten, belegt die folgende Untersuchung: Von 12 Versuchspersonen, die entweder 240 Milliliter Kaffee, entkoffeinierten Kaffee, Wasser oder eine 1000-Kalorien-Mahlzeit erhielten, zeigten die Kaffeetrinker mit Coffein und jene, die stattdessen eine Mahlzeit einnahmen, eine vergleichbare Darmstimulation. Diese war um 60 Prozent stärker als die durch Wasser verursachte und um 23 Prozent stärker als nach Trinken entkoffeinierten Kaffees.
Welche Wirkstoffe hemmen die Magensäure?
Die Magensäure wird durch zahlreiche Medikamente gehemmt. Die bedeutendsten Wirkstoffgruppen sind Antazida, H2-Blocker und Protonenpumpenblocker. Antazida neutralisieren die vorhandene Magensäure für kurze Zeit. H2-Blocker unterdrücken die Befehlskette zur Säureproduktion. Protonenpumpenblocker verhindern die Säureproduktion selbst, indem sie die Produktionszentrale - die Protonenpumpe -"lahm legen". Protonenpumpenblocker wirken am stärksten und am längsten säurehemmend.